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Sonntag B et al.  
Bedeutung der ovariellen Kryokonservierung im Spektrum fertilitätserhaltender Maßnahmen bei der Frau

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2006; 3 (1): 11-16

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Abb. 1: Ovarielle Kryokonservierung



Keywords: FertilitätGonadentoxizitätGynäkologieovarielle KryokonservierungReproduktionsmedizin

Fortschritte in der Behandlung onkologischer Erkrankungen haben in den letzten Jahren zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebensprognose geführt. Schwerwiegende Nebenwirkung hierbei eingesetzter Therapien ist die potentielle Beeinträchtigung bis Zerstörung der Gonadenfunktion. Generell sollten Möglichkeiten zum Gonadenschutz, wie zum Beispiel durch die Verlagerung der Ovarien aus dem Bestrahlungsfeld, vor Beginn einer potentiell gonadotoxischen Therapie erwogen werden. Die Effektivität einer hormonellen Gonadenprotektion durch GnRH-Analoga konnte bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. Die Durchführung einer ovariellen Stimulation mit nachfolgender IVF-/ICSI-Therapie und Kryokonservierung befruchteter Vorkernstadien ist nur bei postpubertären Patientinnen in fester Partnerschaft eine Option. Hingegen ist eine erfolgreiche Kryokonservierung nicht befruchteter Oozyten nach wie vor nicht im vergleichbaren Ausmaß etabliert. Eine in neuerer Zeit vielfach diskutierte Alternative insbesondere für Patientinnen vor Erlangung der Geschlechtsreife stellt die Gewinnung und Kryokonservierung ovariellen Gewebes mit den darin enthaltenen Keimzellen dar. Es wurden kürzlich zwei Geburten nach Verwendung von kryokonserviertem und an den Ort der Entnahme (orthotope Autotransplantation) retransplantiertem Ovargewebe publiziert. Alternative Verwendungsmöglichkeiten reichen von der Rückübertragung an andere, besser zugängliche Körperstellen (heterotop) sowie in einen Fremdorganismus (Xenotransplantation) bis hin zur künstlichen Reifung von Oozyten außerhalb des Körpers (In-vitro-Maturation). Zusammenfassend sind somit trotz bereits einzelner, mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit bedachter Erfolge die bisherigen Ansätze zur Nutzung des durch Kryokonservierung geschützten Ovargewebes noch weitestgehend als experimentell anzusehen. Die potentielle Option zur Fertilitätserhaltung mittels ovarieller Kryokonservierung sollte jedoch betroffenen Patientinnen nach individueller Beratung und Nutzen-Risiko-Abwägung in dafür logistisch eingerichteten Zentren zukünftig angeboten werden.
 
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