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Rabe T et al.  
Hormonersatztherapie - Nutzen und Risiken

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2006; 3 (3): 155-165

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Keywords: EndokrinologieEndometriumkarzinomHormonersatztherapieMammakarzinomOvarialkarzinomWHI-Studie

In der Women’s Health Initiative (WHI) wurden für die Hormonersatztherapie mit Estrogen-Gestagen sowie mit Estrogen erhöhte Risiken für Hirninsult und Venenthrombosen beobachtet. Speziell für die kombinierte Therapie zeigte sich ab dem fünften Behandlungsjahr ein erhöhtes Brustkrebsdiagnoserisiko und bei Behandlungsbeginn mehr als 20 Jahre nach der Menopause auch ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte. Diese Risiken sollten beachtet, aber stets dem individuell erreichbaren Nutzen entgegengesetzt werden. Dieser wurde in der WHI bestätigt, besonders aber auch in einer Vielzahl von Studien, wie etwa der Nurses Health Study, welche den praktischen Verhältnissen hinsichtlich Auswahl der Frauen und zeitlicher Beginn der Hormonbehandlung besser als die WHI entsprechen. Die Wirksamkeit ist für die klassischen Indikationen wie vaso-vegetative und urogenitale Beschwerden nie angezweifelt worden. Auch die Primärprävention einer Osteoporose ist gesichert. Darüber hinaus kann auch die Primärprävention von kolorektalen Karzinomen sowie für die Estrogenmonotherapie auch für Herzinfarkte als nahezu gesichert angesehen werden. Bei individualisierter, niedrig dosierter und kontrollierter Anwendung der Hormonersatztherapie ist davon auszugehen, daß der Nutzen gegenüber den Risiken überwiegt, insbesondere bei frühem Behandlungsbeginn, im Alter von unter 60 Jahren, möglichst bereits in der Peri- und frühen Postmenopause. Besonders hoch ist der Nutzen für die Estrogentherapie ohne Gestagenzusatz. So zeigte sich in der WHI für Frauen unter 60 Jahren nur das bekannte Risiko für Venenthrombosen. Die Risiken für Osteoporose, kolorektale Karzinome, Herzinfarkte und selbst Brustkrebs waren in dieser Altersklasse um 20–40 % reduziert.
 
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