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Heidenreich A et al.  
Behandlungsergebnisse der primären und sekundären retroperitonealen Fibrose

Journal für Urologie und Urogynäkologie 1999; 6 (2) (Ausgabe für Österreich): 35-41

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Keywords: retroperitoneale FibroseUrologie

Der retroperitonealen Fibrose (RPF) zugrunde liegt eine entzündliche Bindegewebsproliferation ungeklärter Ätiologie mit Bevorzugung des Retroperitoneums. Die Beteiligung des ableitenden Harntraktes manifestiert sich durch uni- oder bilaterale Ureterobstruktion bis hin zur Anurie und Urämie. Aufgrund der ungeklärten Ätiologie wird das therapeutische Vorgehen - konservativ versus operativ - kontrovers diskutiert. Im folgenden berichten wir über unsere Ergebnisse in der Behandlung der RPF. Von 1986 bis 1997 wurde bei 39 Patienten die Diagnose einer RPF gestellt, 21mal lag eine primäre, 18mal eine sekundäre RRF vor. 21 Patienten wiesen eine uni-, 16 Patienten eine bilaterale und 2 Patienten keine Harnstauung auf. Bei 19/21 Patienten erfolgte die primäre Entlastung der Niere mit anschließender Cortison- und/oder Azathioprintherapie über 6 Monate; eine Besserung sahen wir in allen Fällen, eine komplette Remission in 2 Fällen. Bei 19 Patienten war eine operative Intervention notwendig: 17mal Ureterolyse mit Intraperitonealisierung (n = 10) bzw. Omentum maius Ummantelung (n = 7). Bei 1 Patienten war die bilaterale Boari-Plastik, bei 1 Patienten ein bilaterales Ileum-Ureterinterponat notwendig. Bei 16/18 Patienten mit sekundärer RPF erfolgte die primäre Entlastung der Niere gefolgt von Ureterolyse und Omentum maius Ummantelung (n = 11), Harnleiter-Ileuminterponat (n = 3), Nephrektomie (n = 1) und endoluminale Ballondilatation (n = 3). Das Follow-up variiert zwischen 6 und 120 Monaten: 3 Patienten mit primärer RPF und 1 Patient mit sekundärer RPF entwickelten ein Rezidiv. Aufgrund der Therapieergebnisse unserer Serie halten wir die kombinierte operative/immunsupprimierende Behandlung bei der primären RPF für erfolgversprechend; dabei geben wir der präoperativen Cortisontherapie mit nachfolgender Ureterolyse und Omentum maius Ummantelung den Vorzug. Bei sekundärer RPF bietet sich die primäre operative Versorgung mittels Ureterolyse und Omentum Ummantelung an; lediglich bei kurzstreckiger extrinsischer Kompression sollte der Ballondilatation der Vorzug gegeben werden.
 
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