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Schlarp OM, Hübner WA  
Verlauf des lokoregionären Prostatakarzinoms unter Diätveränderung und Nahrungsmittelergänzung: Longitudinale Beobachtung über mehr als 3 Jahre

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2006; 13 (3) (Ausgabe für Österreich): 11-15
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2006; 13 (3) (Ausgabe für Schweiz): 11-15
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2006; 13 (3) (Ausgabe für Deutschland): 6-8

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Abb. 1: PSA Abb. 2: PSA Abb. 3: PSA



Keywords: ErnährungsmedizinOnkologieProstatakarzinomStudieUrologie

Einleitung: Auftreten und Verlauf des lokal begrenzten Prostatakarzinoms wird durch Diätveränderungen beeinflußt. Wir haben untersucht, ob durch Veränderung der Diätgewohnheiten und Substitution von Nahrungsergänzungsmittel (Active Surveillance) der klinische Verlauf des Karzinoms beeinflußt oder eine radikale Behandlung aufgeschoben oder gar vermieden werden kann. Material und Methode: Wir verfolgten den klinischen Verlauf und die PSA-Werte von 13 Patienten mit einem stanzbioptisch verifizierten organbegrenzten Prostatakarzinom. Allen Patienten mit einem T-Stadium < 3 mit einem PSA < 10 ng/ml und einem Gleasonscore < 7 wurde eine Active Surveillance-Strategie mit zusätzlichen Diätempfehlungen und Nahrungsergänzungsmitteln anstelle einer radikalen Prostatektomie offeriert. Alle Patienten erhielten hierfür täglich als Nahrungsmittelergänzung eine Mischung an Radikalfängern (Karotinoide, Selen, Flavonoide, Vit. A, E und Phytoöstrogene). Alle Patienten wurden routinemäßig einmal pro Jahr mindestens 8-fach biopsiert. PSA-Werte und eine rektale Untersuchung wurde alle drei Monate durchgeführt. Eine radikale Prostatektomie wurde im Falle eines zweimaligen konsekutiven PSA-Anstieges und/oder eines suspekten Tastbefundes und/oder einer Ausdehnung der Anzahl positiver Stanzen bei wiederholten Biopsien durchgeführt. Resultate: Wir überschauen nun median 21 Monate (5–90) einer Active Surveillance-Strategie bei 13 Männern (medianes Alter: 65). Bei 3 Männern führte ein konsekutiver PSA-Anstieg zur Planung einer radikalen Prostatektomie (1 Patient verstarb vor der Operation an einer intrazerebralen Blutung, einer verweigerte den Eingriff). Beim verbliebenen Patienten führten wir 14 Monaten nach Diagnosestellung eine Schnittrand-negative Prostatektomie eines pT2c-Gleason-6-Tumors durch (PSA 0 ng/ml frei nach 11 Monaten Follow-up). Von allen Patienten, die initial maximal bis zu 2 positive Gewebsproben hatten, konnte bei 38 % in den Kontrollbiopsien kein Tumor mehr nachgewiesen werden, bei 46 % blieb die Anzahl der positiven Biopsien gleich. Keiner der Patienten ist bis jetzt klinisch apparent geworden. Konklusion: Eine diätetische Unterstützung (Active Surveillance) kann den klinischen Verlauf des organbegrenzten Karzinoms günstig beeinflussen. Diese Therapieoption kann Patienten in Hinblick auf eine Lebensqualitätsorientierte Lebenserwartung auch von mehr als 10 Jahren angeboten werden. Voraussetzung ist ein strenger Follow-up und eine entsprechende Compliance.
 
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