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Marktl W  
Diagnostik des Mikronährstoffstatus

Journal für Ernährungsmedizin 2006; 8 (2): 18-23

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Keywords: DiagnostikErnährungsmedizinMangelMikronährstoffe

Bis in die jüngere Vergangenheit beschränkte sich die ernährungsmedizinische Bedeutung der Analyse des Mik-ronährstoffstatus auf die Diagnose klinisch manifester Mangelzustände und gegebenenfalls klinisch relevanter Intoxikationen. Seit einigen Jahren wird jedoch auch über so genannte marginale Mangelzustände diskutiert. Da sol-che Zustände einer suboptimalen Versorgung mit Mikro-nährstoffen keine diagnostisch verwertbaren Symptome verursachen, andererseits aber auch nicht mit dem Zustand einer optimalen Gesundheit in Übereinstimmung zu bringen sind, ergeben sich daraus neue diagnostische Herausforderungen. Eine ähnliche Problematik, die sich in den letzten Jahren anbahnt, ist die Frage der gesundheitlichen Bedeutung und der Diagnostik von Zuständen der Überversorgung mit Mikronährstoffen. Diese Frage erlangt angesichts der Propagierung von Supplementen und des immer größer werdenden Angebots von angereicherten Lebensmitteln zunehmende Bedeutung. Für die Diagnostik des alimentären Status mit Mikronährstoffen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Sie reichen von medizinischen und Ernährungsanamnesen über Konzentrationsbestimmungen in verschiedenen Matrizes bis hin zu Bilanzstudien und Untersuchungen von spezifischen biochemischen und physiologischen Funktionen, die vom Mikronährstoffstatus abhängig sind. Eine wenigstens einigermaßen zuverlässige Diagnostik eines marginalen Mangelzustandes ist in der Regel nur möglich, wenn mehrere diagnostische Methoden beziehungsweise deren Ergebnisse sinnvoll miteinander kombiniert werden. Insofern unterscheidet sich diese Diagnostik von der Vorgehensweise in der klinischen Medizin, bei der auf der Basis einer häufig durch die vorhandenen Symptome begründeten Verdachtsdiagnose eine gezielte laborchemische Untersuchung eingeleitet wird, wobei häufig die Analyse von Plasmaparametern eine herausragende Rolle spielt. Insgesamt ist jedenfalls zu beachten, daß bei der Diagnostik des alimentären Mikronährstoffstatus andere Regeln zu beachten sind, als bei der Diagnostik klinisch manifester Erkrankungen.
 
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