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Bjarnason-Wehrens B, Graf C  
Neue Wege des Trainings in der kardiologischen Rehabilitation

Blickpunkt der Mann 2006; 4 (4): 10-16

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Abb. 1: Herzinsuffizienz



Keywords: AndrologieKardiologieSportmedizinTraining

Die Anzahl der Patienten, die im Zustand nach dekompensierter Herzinsuffizienz an einer kardiologischen Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen, ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen und wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Zahlreiche Trainingsstudien bestätigen die Effektivität und die Sicherheit eines aeroben Ausdauertrainings bei stabiler chronischer Herzinsuffizienz (CHI). Diese Trainingsform wird von nationalen und internationalen Leitlinien zur Therapie der CHI empfohlen. Durch ein angepaßtes aerobes Ausdauertraining kann eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, eine Reduktion der Symptomatik, eine Verbesserung der Lebensqualität sowie eine Verbesserung der Prognose bei CHI-Patienten erzielt werden. Die Einleitung eines individuell angepaßten körperlichen Trainings ist somit eine wichtige Zielsetzung und Aufgabe der kardiologischen Rehabilitation. Dynamisches Kraftausdauer- und Muskelaufbautraining gewinnt in der kardiologischen Rehabilitation zunehmend an Bedeutung. Ergebnisse bisher durchgeführter Studien ermutigen dazu, CHI-Patienten unter medizinischer Kontrolle ein moderates dynamisches Krafttraining zugänglich zu machen. Zusammenfassend zeigen diese Studien eine Zunahme der Muskelkraft und Muskelmasse, zusätzlichen Gewinn an körperlicher Leistungsfähigkeit, Verbesserung der NYHA-Klassifikation sowie eine positive Beeinflussung des mit der CHI assoziierten Skelettmuskelkatabolismus. Gleichzeitig werden keine negativen hämodynamischen Effekte und/oder Begleiterscheinungen des Trainings beobachtet. Bei ausgewählten Patienten kann eine dynamische Kraftbelastung als zusätzliche Trainingsmodalität das etablierte aerobe Ausdauertraining ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Um die in der ersten Rehabilitationsphase erzielten Erfolge zu stabilisieren, ist die Fortführung eines adäquaten Trainings in dieser Patientengruppe zu gewährleisten. Hierfür bedarf es der Etablierung spezieller integrierter Langzeitprogramme für CHI-Patienten in Deutschland. Die Einrichtung spezieller CHI-Herzgruppen an hierfür geeigneten Einrichtungen könnte die derzeit bestehende Versorgungslücke zumindest teilweise schließen.
 
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