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Summary
Scherf HP et al.  
Fehlgemessener oder realer Hypertoniker?

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2006; 10 (4): 6-11

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Abb. 1: Emotionelle Reaktion Abb. 2: Blutdruckentspannungstest Abb. 3: Blutdruckentspannungstest Abb. 4: Systolischer Blutdruck - Häufigkeitsverteilung Abb. 5: Hypertoniker - Normotoniker - Hypotoniker



Keywords: arterielle HypertonieBlutdruckentspannungstestBlutdruckmessung

Unter internationalem Blickwinkel gibt es bezüglich diagnostischer Verfahrensweisen und Klassifizierungen seit Jahrzehnten bei kaum einem Krankheitsbild der modernen Medizin soviel Unsicherheit wie bei der arteriellen Hypertonie. In dieser Arbeit wird die Bedeutung der individuellen emotionellen Reaktion als intensiver, bisher größtenteils vernachlässigter Einflußfaktor bei der Blutdruckmessung aufgezeigt. Daraus folgt, daß die Blutdruckmessung einen psychobiologischen Prozeß erfaßt. Abgeleitet von dieser Erkenntnis wird ein Blutdruckentspannungstest mit zehn Messungen innerhalb von zehn Minuten im relaxierenden Zustand vorgestellt. Hierbei ist der Untersuchte angehalten, mit geschlossenen Augen in bequemer Sitzhaltung mit gedanklicher Konzentration auf den Atemrhythmus zu relaxieren. Damit ist eine psychobiologische Standardisierung des Meßvorgangs des Blutdrucks möglich. Während dieses entspannenden Meßvorgangs werden ein Ausgangswert und ein Entspannungswert ermittelt. Es werden Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung und solche von vier Doktorarbeiten (von K. Hecht betreut) dargelegt. In allen fünf Arbeiten (insgesamt n = 600) war eine Differenz zwischen Ausgangswert und Entspannungswert beim systolischen Blutdruck von -12,0 bis -17,9 mmHg und beim diastolischen Blutdruck von -6,0 bis -8,6 mmHg nachzuweisen. Eine Klassifizierung einmal auf der Grundlage der Daten des Ausgangswertes und einmal auf der Grundlage der Daten des Entspannungswertes ergab eine Verminderung des Anteils der Hypertoniker von 51 % auf 15 %. Es wird die Schlußfolgerung gezogen, daß der reale Meßwert für eine Hypertoniediagnostik der Entspannungswert sein muß. Von den Ergebnissen wird die Empfehlung abgeleitet, daß bei der Standardisierung des Blutdruckmeßvorganges unbedingt der biopsychologische Aspekt miteinbezogen werden muß. Die Ergebnisse, die mit dem Blutdruckentspannungstest erzielt worden sind, empfehlen diesen als einen bewährten Standard.
 
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