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Würfel W  
Methoden der assistierten Reproduktion bei andrologischen Indikationen

Blickpunkt der Mann 2007; 5 (1): 4-11

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Abb. 1: Schwangerschaftsraten - IUI Abb. 2: Progeressiv motile Spermatozoen Abb. 3: Schwangerschaftsrate - IUI Abb. 4: Schwangerschaftsrate - Behandlungszyklen



Keywords: AndrologieIn-vitro-FertilisationIVFReproduktionsmedizinSubfertilität

Unter männlicher Subfertilität versteht man generell die Tatsache, daß die Befruchtungsfähigkeit des Spermas eingeschränkt oder gänzlich aufgehoben ist. Sind konservative und ggf. auch operative Maßnahmen zur Verbesserung des Spermiogramms ausgeschöpft, steht eine Reihe von ART-Maßnahmen (artifizielle Reproduktionstechniken = ART) zur Verfügung. Bezüglich ihrer Auswahl wird es ganz entscheidend darauf ankommen, ob auf der Basis der Spermiogrammbefunde davon auszugehen ist, ob die spontane Fertilisation einer Eizelle grundsätzlich noch möglich ist oder nicht. Besteht diese Möglichkeit, dann ist es sinnvoll, Techniken auszuwählen, die darauf abzielen, die einzelnen Rahmenbedingungen einer natürlichen Fertilisation zu verbessern. Diese sind z. B. die intrauterine Insemination (IUI), das klassische IVF-Verfahren sowie der intratubare Gametentransfer (GIFT). Ist hingegen nicht mehr damit zu rechnen, daß eine spontane Fertilisation der Eizellen möglich ist, dann ist eine Befruchtungshilfe anzuwenden, üblicherweise die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Mit ihr ist es möglich, auch bei extremer männlicher Subfertilität bzw. Infertilität noch die Befruchtung von Eizellen zu erzielen, wobei die dann gezeugten Embryonen ein Implantationsverhalten zeigen, das dem von Embryonen entspricht, die aus der Zeugung mit einem normalen Spermiogramm hervorgegangen sind. Durch die ICSI ist es auch möglich, bei einer Azoospermie – sei es aus obstruktiver Ursache oder aufgrund einer testikulären Insuffizienz – Spermien aus dem Nebenhoden oder Hoden zu gewinnen und hiermit Eizellen zu befruchten. Bei obstruktiven Indikationen sind die Schwangerschaftsraten mit jenen ejakulierter Spermien vergleichbar, bei einer testikulären Insuffizienz ist der ggf. erhöhte FSH-Wert ein ungefährer Anhaltspunkt für die Prognose. Die Verwendung von Spermienvorstufen, wie z. B. rundovalen oder elongierten Spermatiden, ist grundsätzlich möglich, muß bis zum heutigen Zeitpunkt freilich als experimentell eingestuft werden. Für Befruchtungshilfen wie die ICSI sind humangenetische Untersuchungen empfohlen, auch und insbesondere dann, wenn z. B. eine Samenleiteraplasie vorliegt. Ob bei den durch ICSI gezeugten Kindern eine erhöhte Fehlbildungsrate vorliegt, ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht eindeutig geklärt. Wenn ja, dann dürfte es sich nur um eine geringfügige Erhöhung handeln. Nach wie vor wird viel zu wenig Augenmerk auf die Implantationsbedingungen gelegt, obwohl es schon heute möglich ist, eine Reihe von rheologischen und immunologischen Faktoren zu identifizieren, die sich negativ auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken können, und die im Einzelfall auch in der Lage sind, die Fehlbildungsrate zu erhöhen. Insofern wird es in Zukunft immer wichtiger werden, die männliche Subfertilität und ihre Behandlung nicht nur als ein Interaktionsproblem zwischen Spermium und Eizelle zu begreifen, sondern auch die Bedingungen der Implantation des dadurch gezeugten Embryos zu evaluieren bzw. bei identifizierten Störungen zu verbessern.
 
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