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Fry CH, Roosen A  
Urothelial Targets in the Overactive bladder

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (1) (Ausgabe für Österreich): 20-23
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (1) (Ausgabe für Schweiz): 19-22

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Abb. 1: Urothelial/Suburothelial Layer



Keywords: hyperaktive BlaseNephrologieUrologieUrothel

Das funktionelle Verständnis des Urothels hat sich durch intensive Erforschung in den letzten Jahren grundlegend geändert. Die Vorstellung einer reinen Barrierefunktion zwischen Harn und Blasenwand ist dabei dem Konzept eines dynamischen Transportes von Wasser und löslichen Substanzen (Natrium, Harnstoff) gewichen. Darüber hinaus gilt das Urothel als Ausgangspunkt und Zielort zahlreicher Botenstoffe und spielt somit eine entscheidende Rolle in der Vermittlung der Blasenempfindung. Zu den auf Urothelzellen beschriebenen Rezeptorklassen gehören purinerge (P2X, P2Y), cholinerge (M2, M3) und Vanilloid-Rezeptoren (TRPV1). Letztere werden durch Temperatur- und pH-Änderung aktiviert und scheinen somit unmittelbar in den sensorischen Prozeß eingeschaltet zu sein. Purinerge und cholinerge Rezeptoren haben möglicherweise eine modulatorische oder rückkoppelnde Wirkung. Das Urothel sezerniert Acetylcholin, Stickstoffmonoxyd und ATP. Letzteres wird auf mechanische Dehnung als Folge eines intravesikalen Druckanstieges hin freigesetzt. Dabei gilt der Na+-Transport als wesentlicher intrazellulärer Mechanismus. Über purinerge Rezeptoren wirkt ATP auf afferente Nervenendigungen und Myofibroblasten im Suburothelium; diese bilden ein funktionelles Synzytium und modulieren so die afferente Erregung. Vom Urothel freigesetztes Stickstoffmonoxyd und Acetylcholin wirken ebenfalls auf suburotheliale Myofibroblasten, die die korrespondierenden Rezeptoren exprimieren. P2X3-Knockout-Mäuse und Biopsien von Patienten mit hyperaktivem Detrusor belegen klar die Bedeutung von urothelialen Vanilloid-Rezeptoren, urothelial freigesetztem ATP sowie von P2X3-Rezeptoren im Suburothelium für die Entstehung des Blasenfüllungsgefühls. Viele Miktionsstörungen wie die Interstitielle Zystitis, die idiopathische oder neurogene Detrusorüberaktivität zeigen eine Dysbalance im Transmitter- und Rezeptorstatus des Urothels und Suburotheliums. Das bessere Verständnis dieser Prozesse eröffnet eine Vielzahl neuer medikamentöser Therapieoptionen.
 
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