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Schaefers RF, Nürnberger J  
Nephroprotektive Effekte von Antihypertensiva

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2007; 11 (1): 12-19

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Abb. 1: Blutdruck - Nierenversagen Abb. 2: Niereninsuffizienz Abb. 3: Niereninsuffizienz Abb. 4: Antihypertensive Therapie Abb. 5: Niereninsuffizienz



Keywords: HypertonieNephrologieTherapie

Ein erhöhter Blutdruck ist ein wichtiger prognostischer Faktor für das Auftreten einer Niereninsuffizienz und der wichtigste Faktor für die Progression einer vorbestehenden Nierenfunktionseinschränkung. Die konsequente Therapie einer Hypertonie vermindert das Risiko der Entwicklung eines renalen Endorganschadens. Beim bereits niereninsuffizienten Patienten verlangsamt eine konsequente Blutdruckeinstellung das Fortschreiten der Niereninsuffizienz (und vermag sie in Einzelfällen sogar aufzuhalten). Dies gilt sowohl für Patienten mit als auch ohne Diabetes mellitus. Eine optimale Blutdrucksenkung ist damit ein vorrangiges Ziel in der Betreuung des niereninsuffizienten Patienten. Dabei sollten Zielblutdruckwerte von < 130/80 mmHg bei einer Proteinurie von < 1g/Tag und von < 125/75 mmHg bei einer Proteinurie > 1 g/Tag angestrebt werden. Insofern ist jede effektive Blutdrucksenkung "nephroprotektiv" unabhängig von dem zum Einsatz kommenden Antihypertensivum. Um die genannten Zielwerte zu erreichen, ist nahezu regelhaft eine Kombinationstherapie erforderlich. Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systemes (ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten) besitzen über ihren blutdrucksenkenden Effekt hinaus noch eine spezifische "nephroprotektive" Wirkung; d. h. im Vergleich zu alternativen Antihypertensiva führt ihr Einsatz zu einer noch ausgeprägteren Reduktion der Proteinurie und zu einer noch wirksameren Progressionshemmung und somit letztlich zu einer Verlängerung des dialysefreien Intervalls. Dies gilt wiederum gleichermaßen beim diabetischen wie beim nicht-diabetischen Patienten. Daher sollten sie beim niereninsuffizienten Patienten bevorzugt zum Einsatz kommen (sog. "Compelling Indication"). Dabei profitieren insbesondere Patienten mit ausgeprägter Proteinurie (d. h. die Patienten mit bereits fortgeschrittener renaler Schädigung) von einer besonders intensiven Blutdrucksenkung unter Einsatz eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-Rezeptor-Blockers. Die "duale Blockade" des Renin-Angiotensin-Systemes und der Einsatz von Aldosteron-Antagonisten sind vielversprechende neuere Therapieansätze zur weiteren Optimierung des "nephroprotektiven Potentials" von Antihypertensiva. Beide Therapieregime erfordern eine initial engmaschige Kontrolle des Serum-Kaliums als auch der Nierenfunktion.
 
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