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Wascher TC et al.  
Das "Reduction of Atherothrombosis for Continued Health-(REACH-) Register": Basisdaten der österreichischen Population

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2007; 14 (3-4): 71-77

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Abb. 1: REACH-Register - Population



Keywords: AtherothromboseKardiologieREACH-RegisterÖsterreich

Hintergrund: Die Zielsetzung des internationalen, prospektiven REACH- (REduction of Atherothrombosis for Continued Health-) Registers ist eine erstmals weltweite Dokumentation des Managements ambulanter, vorwiegend durch Allgemein- und Familienmediziner betreuter Patienten, die das gesamte Spektrum mit hohem Risiko für atherothrombotische Ereignisse repräsentieren. Neben der Prävalenz vaskulärer Risikofaktoren sollen insbesondere Ausmaß und Qualität der Behandlung dieser Risikofaktoren bei Populationen mit unterschiedlichen Risikokonstellationen und Endorganmanifestationen erfaßt werden. Methodik: Weltweit wurden in 44 Ländern 67.888 Patienten von 5473 Ärzten in das REACH-Register eingeschlossen. Die Patienten sind ≥ 45 Jahre alt und haben entweder drei oder mehr Risikofaktoren für atherothrombotische Ereignisse oder eine klinisch manifeste Atherothrombose: koronare Herzkrankheit (KHK), zerebrovaskuläre Erkrankung oder periphere arterielle Verschlußerkrankung (PAVK). Wir präsentieren die Baseline-Daten der in 112 Zentren rekrutierten 1585 österreichischen Patienten. Resultate: Bei Patienten mit klinisch manifester Atherothrombose (n = 1302) wurden die Therapieziele hinsichtlich Risikofaktorenkontrolle eher erreicht als bei Patienten, die aufgrund multipler Risikofaktoren eingeschlossen wurden (n = 283). Der mittlere systolische Blutdruck war bei asymptomatischen Patienten signifikant höher als bei symptomatischen (154 ± 19 mmHg vs. 142 ± 18 mmHg; p < 0,001). 63,3 % der asymptomatischen Patienten und 34 % der Patienten mit manifester Atherothrombose hatten einen bekannten, medikamentös behandelten Diabetes mellitus (p < 0,001). Allerdings wurde in beiden Gruppen ein Nüchternblutzucker von > 100 mg/dl bei ca. 1/3 aller nicht-diabetischen Personen gefunden (33 % vs. 34 %). Eine antithrombotische Medikation hatten 63,6 % der asymptomatischenund 94,5 % der symptomatischen Patienten (p < 0,001). Asymptomatische Patienten hatten ein deutlich höheres Gesamtcholesterin (225 ± 45 mg/dl vs. 202 ± 44 mg/dl; p < 0,001), aber seltener eine Statintherapie (60 % vs. 75 %; p < 0,001). Eine adäquate Blutdruck- und Lipidkontrolle wurde nur in 5,8 % der asymptomatischen und bei 20,9 % der symptomatischen Patienten erreicht (p < 0,001). Patienten mit einer PAVK stellten jene symptomatische Subgruppe dar, die am wenigsten intensiv medikamentös behandelt wurde. Schlußfolgerung: Die Baseline-Daten des REACH-Registers demonstrieren, daß evidenzbasierte medikamentöse Therapien nicht im optimalen Ausmaß eingesetzt werden und die in Guidelines angeführten Zielwerte für weit verbreitete Risikofaktoren häufig nicht erreicht werden. Künftige Strategien zum Management von Patienten mit hohem Atherothromboserisiko müssen eine konsequente Umsetzung von gesicherten Therapien in die klinische Praxis forcieren.
 
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