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Höppner W, Salazar R  
Genpolymorphismen und Geschlecht

Blickpunkt der Mann 2007; 5 (2): 25-27

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Keywords: GenetikGesundheitMann

Seit langem ist bekannt, daß die Suszeptibilität für altersassoziierte komplexe Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus Typ II, Arteriosklerose oder Osteoporose ebenso wie psychische Erkrankungen und das Ansprechen auf Medikamente geschlechtsspezifische Unterschiede aufweist. Bisher hat man diesen Dimorphismus hauptsächlich auf endokrinologische Unterschiede zurückgeführt. In letzter Zeit werden zunehmend Arbeiten publiziert, in denen molekularbiologische Mechanismen aufgezeigt werden, die bewirken, daß trotz identischer genetischer Information Gene geschlechtsspezifisch unterschiedlich aktiv sind. Verantwortlich sind Modifikationen auf DNS-Ebene (Methylierung) sowie kovalente Modifikationen von Kernproteinen (Acetylierung von Histonen), die sich zwischen den Geschlechtern deutlich unterscheiden. Diese als Epigenetik bezeichneten Veränderungen sind teilweise vererbt und teilweise durch Umwelteinflüsse geprägt. Sie führen auch dazu, daß Polymorphismen in autosomalen Genen (Single nucleotide polymorphisms, SNPs) geschlechtsspezifisch unterschiedliche Ausprägungen zeigen und ihre Assoziation mit Erkrankungen bei Frauen und Männern deutliche Unterschiede aufweist. Bei der Behandlung von Krankheiten und bei der Durchführung von Studien zur genetischen Disposition für komplexe Erkrankungen und Studien für Arzneiwirkstoffe müssen in Zukunft geschlechtsspezifische Aspekte viel stärker berücksichtigt werden als bisher.
 
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