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Bals-Pratsch M, Diedrich K  
Assistierte Reproduktion bei Frauen mit einer beginnenden Perimenopause

Journal für Fertilität und Reproduktion 2001; 11 (1) (Ausgabe für Schweiz): 24-35
Journal für Fertilität und Reproduktion 2001; 11 (1) (Ausgabe für Österreich): 24-35

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Keywords: assistierte ReproduktionFertilitätPerimenopauseReproduktion

Die Perimenopause ist nicht auf ein bestimmtes Lebensalter beschränkt. Viele Frauen unter 40 mit unerfülltem Kinderwunsch haben trotz regelmäßiger ovulatorischer Zyklen bereits eine eingeschränkte ovarielle Funktion. Dieser eingeschränkte Funktionszustand der Ovarien wird als verminderte Reservefunktion oder latente primäre Insuffizienz der Ovarien bezeichnet. Das sonographische Korrelat sind die "leeren Ovarien". Die ovarielle Reservefunktion sollte im Vorfeld einer Kinderwunschbehandlung untersucht werden. Hierzu sind in erster Linie die FSH-Bestimmung am 3. Zyklustag und die vaginalsonographische Untersuchung der Ovarien in der Follikelphase wegweisend. Frauen über 40 Jahren sind in der Regel "low responder", d.h. sie entwickeln trotz Stimulationsbehandlung nur wenige Follikel. Neben der geringen Anzahl der Eizellen, die bei ihnen im Rahmen der künstlichen Befruchtung (assistierten Fertilisation) gewonnen werden können, schränkt eine Aneuploidierate von etwa 30-80% der Eizellen die Fruchtbarkeit weiter ein. Dies sind die beiden Hauptursachen, weshalb Frauen über 40 Jahre meist nicht mehr schwanger werden und zudem eine hohe Fehlgeburtenrate aufweisen. Da der Erfolg der künstlichen Befruchtung von der intakten Reservefunktion der Ovarien abhängt, ist auch mit einer optimierten ovariellen Stimulation zur Vorbereitung einer assistierten Fertilisation keine Verbesserung zu erreichen. Die eingeschränkte Ovarialfunktion kann sich bei den "low responder"-Frauen darüber hinaus in einer eingeschränkten Eizellqualität (bis hin zur Degeneration von Eizellen), in einer Follikelatresie während einer Stimulationsbehandlung sowie in dem sogenannten "empty follicle syndrome" ausdrücken. In tierexperimentellen Studien wird nach neuen Therapiemöglichkeiten für diese Problempatientinnen gesucht. Die Forschung auf diesem Gebiet reicht bis zur Herstellung von neuen Eizellen. Die derzeit mögliche Behandlung der primären Ovarialinsuffizienz, die Eizellspende, wird im Ausland mit großem Erfolg durchgeführt. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz diese Behandlungsoption.
 
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