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Lohr G et al.  
Sensitivität des D-Dimers zum Ausschluß venöser thromboembolischer Erkrankungen im klinischen Alltag

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2007; 14 (11-12): 324-328

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Keywords: D-DimerKardiologieStudieTVTVTE

Bei der tiefen Venenthrombose (TVT) und der Pulmonalembolie (PE) handelt es sich um Erkrankungen, die unbehandelt mit einer hohen Morbidität und Mortalität einhergehen. Aufgrund der unspezifischen Symptomatik und der teilweise diskreten Klinik ist die rein klinische Diagnose für den behandelnden Arzt oft sehr schwierig zu stellen. Neben dem wenig invasiven D-Dimertest wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Score-Systeme, wie die Wells-Scores oder der Revised-Geneva-Score, entwickelt, die sich alle auf Anamnese und Klinik stützen. Die daraus berechnete klinische Wahrscheinlichkeit (KW) in Kombination mit einem D-Dimertest soll die Risikoeinschätzung erleichtern. Bei niedriger KW und negativem Resultat gilt die TVT bzw. PE laut den S2-Leitlinien als ausgeschlossen, eine weiterführende bildgebende Diagnostik muß nicht eingeleitet werden. Wir ermittelten retrospektiv 156 Patienten, die an bestätigter TVT (n = 71) oder PE (n = 85) im Zeitraum vom 01.01.2003–31.05.2006 litten. Anhand der klinischen Aufzeichnung errechneten wir mit Hilfe der verschiedenen Scoretabellen die klinische Wahrscheinlichkeit und zogen die Ergebnisse der ermittelten D-Dimertestungen heran. Bei alleiniger D-Dimertestung als Ausschlußkriterium wiesen 6 Patienten (je 3 Patienten mit TVT bzw. PE) einen falsch negativen D-Dimerwert (≤ 190 µg/l) auf (falsch negative Rate 3,8 %). Die errechnete Sensitivität bei alleiniger D-Dimertestung betrug 96,2 %. Bei Heranziehen der Wells-Scores sowohl für die TVT als auch für die PE in Kombination mit dem Ergebnis des D-Dimertests wies nur ein Patient mit bestätigter PE sowohl eine niedrige KW als auch einen negativen D-Dimertest auf (falsch negative Rate 0,6 %). Die berechnete Sensitivität betrug 99,4 %. Bei Heranziehen des Wells-Scores für die DVT und des Revised-Geneva-Scores für die PE in Kombination mit dem Ergebnis des D-Dimertests wiesen 2 Patienten sowohl eine niedrige KW als auch einen negativen D-Dimertest auf (falsch negative Rate 1,3 %). Die Sensitivität betrug hier 98,7 %. In unserer Arbeit zeigen sich im Vergleich D-Dimere alleine und Kombination D-Dimertest/KW mit verschiedenen Scoresystemen zwar nicht signifikante Unterschiede in den falsch negativen Ergebnissen, bei allerdings geringer Fallzahl. Die falsch negative Rate von 3,8 % bei alleiniger D-Dimertestung ist bei diesen potentiell tödlichen Erkrankungen hoch. Die Sensitivität und die Sicherheit der Ausschlußdiagnostik kann durch den Einsatz von Scoresystemen in Kombination mit D-Dimertests, die nicht invasiv sind, erhöht werden, und somit eine einfache, leicht durchzuführende und optimale Ergänzung darstellen.
 
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