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Lüders S et al.  
Führt der Einsatz der Langzeitblutdruckmessung zu einer reduzierten Anzahl von Antyhypertensiva in einer Langzeitstudie? Prospektive, randomisierte 5-Jahres-Studie zum Vergleich von Praxis- und 24-Stunden-Blutdruckmessung bei Hypertonikern

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2001; 5 (1): 7-15

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Keywords: AntihypertensivumHypertonieLangzeitblutdruckmessungStudie

Es fehlen langfristige prospektive Studien, die den Wert der ambulanten Blutdruckmessung (ABDM) gegenüber der Praxismessung (PM) belegen. Insbesondere ist die Frage offen, ob die konsequente Anwendung der ABDM im Vergleich zur PM zu einer Reduktion von Antihypertensiva-Verordnungen führt. Die Beantwortung dieser Frage war eines der Ziele der "PLUR-Studie" ("Praxis- versus Langzeitblutdruckmessung unter Therapie mit Ramipril", 5-Jahre, prospektiv, randomisiert, multizentrisch). Design: Von 1298 Patienten wurden 651 mit ABDM (Gruppe (Grp) 1) und 647 (Grp 2) ausschließlich mit PM über im Mittel 4,7 Jahre kontrolliert. 22 % der für Grp 1 gescreenten Patienten wurden wegen reiner "Praxishypertonie" nicht eingeschlossen. Alle Therapieentscheidungen wurden in Grp 1 ausschließlich aufgrund der ABDM-Werte und in Grp 2 aufgrund der PM getroffen. Praxisblutdruck bei Aufnahme, Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen waren in beiden Gruppen vergleichbar. Um eine vergleichbare Therapie in beiden Gruppen zu gewährleisten, wurde bei allen Patienten primär der ACE-Hemmer Ramipril eingesetzt. Zur Kombination konnten Kalziumantagonisten, Diuretika und Betablocker verabreicht werden. Ergebnisse: 68,7 % (Grp 1) und 68,3 % (Grp 2) der Patienten erhielten bei Studienende eine Monotherapie. 23,8 % (1) vs. 25,1 % (2) benötigten eine 2-fach- und 7,5 % vs. 6,6 % eine 3- oder Mehrfachkombination. Es bestand ein Trend zu einer niedrigeren Ramiprildosis in Grp 1. Der Vergleich der Medikamentenverordnung mit Hilfe eines Medikamenten-Scores ergab keine Unterschiede. In Grp 1 wurde zusätzlich ein intraindividueller Vergleich der Blutdruckwerte PM/ABDM durchgeführt, da in dieser Gruppe beide Messungen zur Verfügung standen: 48 % in beiden Verfahren normoton, 21 % hyperton. 17,7 % zeigten eine "Praxishypertonie", so daß Antihypertensiva eingespart werden konnten. Aber bei 13,2 % der Patienten mit normotoner PM bestanden hypertensive ABDM-Werte, so daß eine Intensivierung der Therapie notwendig war. Somit war die Zahl der Patienten, bei denen antihypertensive Medikamente reduziert werden konnte, nur geringgradig höher als die Anzahl, bei denen eine Therapieintensivierung erforderlich war. Dies erklärt wahrscheinlich, warum in dieser Studie insgesamt keine Medikamenteneinsparung erzielt wurde. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß bei 22 % der Patienten, die initial gescreent wurden, eine antihypertensive Therapie durch den Einsatz der ABDM vermieden wurde, da eine Praxishypertonie vorlag.
 
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