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Baschung B et al.  
Haben sich die WHI-Resultate auf die Inanspruchnahme von Hormontherapie bei Frauen in der Schweiz niedergeschlagen? - Eine Auswertung der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2002

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2008; 2 (1) (Ausgabe für Österreich): 19-30
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2008; 2 (1) (Ausgabe für Schweiz): 6-18

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Keywords: MenopauseSchweizWHI-Studie

Einleitung: Im Juli 2002 wurden die Daten der Women’s-Health-Initiative-Studie (WHI-Studie) veröffentlicht und zeigten ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Im gleichen Jahr wurde von Januar bis Dezember die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) durchgeführt. Methoden: Wir analysierten in der SGB 2002 (19.706 durchgeführte Interviews) die selbst berichteten Angaben zur gegenwärtigen Inanspruchnahme der Hormontherapie (HT) in der Schweiz vor und nach der Publikation der WHI-Resultate der Frauen im Alter über 45 Jahre mit einer zusätzlichen Auswertung für die Inanspruchnahme der HT aus präventiven Gründen. Wir berechneten repräsentative Prävalenzangaben durch Gewichtung entsprechend dem Design der Stichprobenziehung. In multivariablen logistischen Regressionen wurde der Zusammenhang mit möglichen Einflussvariablen untersucht. Resultate: Die Prävalenz der HT betrug bei Befragten im Zeitraum vor der Publikation (Januar–Juni 2002) 20,4 % und 23,2% bei Befragten im Zeitraum danach (August–Dezember 2002). Selbst nach Bereinigung für mögliche Einflussvariablen zeigte sich kein Zeittrend (bereinigte OR = 1,12; 95 %-Vertrauensintervall: 0,93–1,35), dies auch für die Inanspruchnahme der HT aus präventiven Gründen (bereinigte OR = 1,04; 95 %-VI: 0,83–1,29). Frauen mit höherer Bildung, höherem Einkommen und gesünderem Lebensstil hatten häufiger eine HT. Schlussfolgerungen: Unsere Annahme, dass die Publikation der WHI-Resultate die Prävalenz der HT von Frauen über 45 in der Schweiz kurzfristig beeinflusst hatte, bestätigte sich nicht. Eine kritische Aufnahme und Verarbeitung von medizinischen Informationen ist Voraussetzung für den verantwortungsvollen Umgang mit medizinischen Leistungen. Frauen müssen fähig sein, Risiken und Nutzen abzuwägen und sich eigenständig für oder gegen eine HT zu entscheiden.
 
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