Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Lalouschek W et al.  
Zusammenhang zwischen Wissen über arterielle Hypertonie und Bildungsgrad bei Patienten mit Schlaganfall

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2008; 12 (1): 14-19

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz   




Keywords: HypertonieNeurologieSchlaganfall

Hintergrund: Das Wissen über arterielle Hypertonie und deren Kontrolle beeinflusst die tatsächliche Blutdruckkontrolle bei Patienten mit arterieller Hypertonie. Wir erfassten dieses Wissen in einer großen Kohorte von Patienten mit ischämischem Schlaganfall oder transienter ischämischer Attacke und analysierten die Assoziation mit dem Bildungsniveau der Patienten. Methoden: 591 konsekutive Patienten mit Schlaganfall und einer positiven Anamnese für arterielle Hypertonie wurden im Rahmen eines multizentrischen Schlaganfall-Registers über ihr Wissen bezüglich Blutdruck befragt. Die Antworten wurden bezogen auf den höchsten Schulabschluss mittels multivarianter logistischer Regression – korrigiert für Alter und Geschlecht – analysiert. Ergebnisse: 77 % der Patienten gaben an, gewusst zu haben, dass Hypertonie ein Risikofaktor für Schlaganfall sei, aber nur 30 % stuften sich selbst als „gefährdet“ ein. Weniger als die Hälfte (47 %) nannte einen Blutdruck von 140 mmHg (oder weniger) als maximal tolerierten systolischen Wert und 47 % kontrollierten ihren Blutdruck nur einmal pro Monat oder seltener. Das Wissen um die möglichen Hypertoniefolgen Myokardinfarkt, Nephropathie, pAVK und Retinopathie lag bei 64 %, 20 %, 11 % bzw. 16 %. Etwa die Hälfte der Patienten war mit den nichtmedikamentösen Therapiemaßnahmen sportliche Betätigung (49 %) und Reduktion der Salz- (54 %) bzw. Kalorienaufnahme (48 %) vertraut, während die Möglichkeit von Entspannungstraining nur 17 % bekannt war. Die Einhaltung dieser Maßnahmen lag zwischen 42 und 67 %. Das Bildungsniveau war signifikant assoziiert mit dem Wissen über das erhöhte Risiko von Hypertoniefolgen und dem Wissen über nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen, nicht jedoch mit Einhaltung dieser Maßnahmen oder Wissen über korrekte Normwerte des Blutdrucks. Schlussfolgerung: Das Wissen über arterielle Hypertonie war in unserer Population unzureichend und teilweise mit dem Bildungsniveau der Patienten assoziiert. Darüber hinaus besteht eine Diskrepanz zwischen Wissen über Hypertoniefolgen und der Bewusstheit des eigenen Risikos.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung