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Summary
Niederle B et al.  
Aktuelle Aspekte in Diagnose und Therapie der primären Nebenschilddrüsenüberfunktion

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2008; 15 (1): 6-13

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Abb. 1a: PTH-Verlauf Abb. 1b: PTH-Verlauf Abb. 1c: Hyperplasie Abb. 2: PHPT



Keywords: EndokrinologieMineralstoffwechselPHPTprimärer Hyperparathyreoidismus

Der primäre Hyperparathyreoidismus (primäre Nebenschilddrüsenüberfunktion) ist eine sehr häufige endokrine Erkrankung und betrifft mehr Frauen als Männer. Der Häufigkeitsgipfel ist im 5. und 6. Lebensjahrzehnt. Die Diagnose erfolgt biochemisch (erhöhtes Kalzium und Parathormon). Neben der asymptomatischen Form (29,4 %) kann das klinische Bild von Osteopenie, Hypertonie oder Hyperkalzämiesyndrom (minimal symptomatisch, 35,3 %) bis zur Osteoporose oder renalen Manifestation reichen (symptomatische Form, 35,3 %). Eine hyperkalzämische Krise wird seltener beobachtet. Eine kurative Behandlung ist nur durch chirurgische Entfernung der vergrößerten Drüse(n) möglich. In einem Beobachtungszeitraum von einem Jahr hatten 90 von 102 Patienten (88,2 %) eine Eindrüsenerkrankung, bei 11 Patienten (10,8 %) waren mehrere Drüsen betroffen. Neben der sporadischen Form hatten 3 Patienten die Erkrankung im Rahmen einer multiplen endokrinen Neoplasie Typ 1. Präoperativ erfolgt eine Lokalisationsdiagnostik mittels Ultraschall und 99mTc-Sesta-MIBI-Szintigraphie zur Planung des operationstaktischen Vorgehens, nicht zur Diagnosesicherung. Bei lokalisierter Eindrüsenerkrankung wird eine minimalinvasive Operation durchgeführt (73 Patienten, 72,7%). Intraoperativ wird mittels Parathormon-Schnelltest eine Mehrdrüsenerkrankung ausgeschlossen, bei fehlendem Hormonabfall oder anderweitigem Verdacht auf Mehrdrüsenerkrankung wird der Eingriff erweitert (Konversion zur bilateralen Exploration, 6 von 73 Patienten, 8 %). Bei präoperativem Verdacht auf Mehrdrüsenerkrankung, ungenügender Lokalisation oder gleichzeitiger beidseitiger oder kontralateraler Schilddrüsenoperation wird primär eine bilaterale Halsexploration durchgeführt (26 Patienten, 26,3 %). Trotz biochemischer Heilung kann eine vollständige Beschwerdefreiheit nur in 80 % der Fälle erreicht werden. Die Prognose hängt jedoch wesentlich vom Zeitpunkt der Diagnosestellung und frühzeitiger Operation ab. Eine operative Sanierung soll daher auch beim asymptomatischen Patienten angestrebt werden.
 
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