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Gremmel T et al.  
Aspirinresistenz - Klinische Relevanz eines komplexen Phänomens

Zeitschrift für Gefäßmedizin 2008; 5 (1): 6-10

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Abb. 1: Aspirin



Keywords: AngiologieAspirin

Aspirin ist heute das am häufigsten verordnete antithrombotische Medikament. Seine plättchenhemmenden Eigenschaften sind auf die irreversible Inaktivierung der Cyclooxygenase-1 der Thrombozyten und die dadurch bedingte irreversible Hemmung der Thromboxan-A2-Synthese zurückzuführen. Der klinische Nutzen einer antithrombotischen Therapie mit Acetylsalicylsäure bei Hochrisikopatienten ist durch zahlreiche placebokontrollierte Studien belegt. Dennoch erleiden viele Patienten unter Aspirintherapie ein erneutes kardiovaskuläres Ereignis. Diese Beobachtung hat zum Begriff der "Aspirinresistenz" geführt. Die Ursachen für Aspirinresistenz sind nach wie vor nicht eindeutig geklärt, wenngleich mehrere Theorien existieren. Zum laborchemischen Nachweis des fehlenden Ansprechens auf Acetylsalicylsäure stehen verschiedene Tests zur Verfügung. Die Prävalenz der Aspirinresistenz variiert dabei in Abhängigkeit vom verwendeten Verfahren und der untersuchten Patientenpopulation zwischen 5 % und 60 %. Bislang ist es nicht gelungen, einen klaren Goldstandard zur Bestimmung der Aspirinresistenz zu definieren, der gleichermaßen biochemische Daten und klinische Ereignisse berücksichtigt und diese in einem reproduzierbaren Verhältnis miteinander verknüpft. Zahlreiche Studien dokumentieren die klinische Bedeutung des fehlenden Ansprechens auf Acetylsalicylsäure und kommen zu dem Schluss, dass eine laborchemisch diagnostizierte Resistenz gegen Aspirin bei kardiovaskulären Patienten mit einem signifikant erhöhten Risiko für wiederkehrende kardiovaskuläre Ereignisse einhergeht. Größere klinische Studien zum therapeutischen Vorgehen bei Aspirinresistenz fehlen bislang. Aus diesem Grund bleibt offen, ob durch die Erhöhung der täglichen Aspirindosis oder den Umstieg auf andere Thrombozytenaggregationshemmer bei laborchemisch resistenten Patienten ein klinisch relevanter Benefit erzielt werden kann.
 
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