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Leberl F et al.  
Samen-TUNEL-Untersuchung: Ein wichtiger Test für ein IVF-Institut?

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2008; 2 (3) (Ausgabe für Österreich): 19-22
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2008; 2 (3) (Ausgabe für Schweiz): 10-14

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Abb. 1: DNA-Strangbruchrate Abb. 2: DNA-Strangbruchrate



Keywords: IVFReproduktionsmedizinStudie

Einleitung: Aufgrund männlicher Infertilität werden schon 71 % (IVF-Register 2006) der österreichischen IVF-Versuche als ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) durchgeführt. Das Spermiogramm hat nur eine geringe Vorhersagekraft für den Erfolg dieser Behandlung. Hingegen wird die DNA-Fragmentierung von Spermatozoen als prognostischer Faktor diskutiert. TUNEL ("TdT mediated dUTP nick end labeling") ist, im Zusammenhang mit apoptotischen Vorgängen in Samenzellen, eine übliche Methode zur Feststellung solcher DNA-Strangbrüche. Ziel dieser Arbeit war, den tatsächlichen Einfluss einer erhöhten Rate TUNEL-positiver Spermatozoen auf die Befruchtungsrate, Entwicklung zu Achtzellern (Tag 3) und Blastozysten (Tag 5) sowie auf die Schwangerschaftsrate zu untersuchen. Patienten und Methoden: Samen von Paaren, welche sich einer künstlichen Befruchtung durch ICSI unterzogen, wurden durch Dichtegradient und darauf folgendes Swim-up aufbereitet, auf Objektträger ausgestrichen und dann mit dem FITC-In Situ Cell Death Detection Kit (Roche) gefärbt. Die Konzentration TUNEL-positiver Spermatozoen wurde am Fluoreszenzmikroskop ausgezählt und in Beziehung zum Schwangerschafts-Outcome gebracht. Resultate: Es wurden Samen von 56 Paaren untersucht. Ein Cut-off von 20 % TUNEL-positiver Spermatozoen wurde festgelegt. In die Gruppe mit hoher DNA-Fragmentierung fielen 12 Paare (21 %). Diese Gruppe zeigte eine deutlich niedrigere Schwangerschaftsrate (25 %) als die Gruppe mit niederer DNAFragmentierung (57 %). Diskussion: Durch eine erhöhte DNA-Fragmentierung von Spermatozoen wird die Schwangerschaftsrate bei etwa jedem fünften Paar mehr als halbiert. Ähnliche Zusammenhänge wurden auch in anderen Untersuchungen gezeigt. Als weiterführende Studie wäre es interessant zu untersuchen, inwieweit es bei einer Anwendung des Tests schon vor der ICSI und darauf folgender Behandlung des Mannes mit Antioxidantien oder Selektion der Samenzellen durch eine IMSI (Intrazytoplasmatische, morphologisch selektierte Spermieninjektion) zu einer Verbesserung der Schwangerschaftsrate kommen könnte.
 
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