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Widhalm K et al.  
Therapie der familiären Hypercholesterinämie mit einfach ungesättigten Fettsäuren

Journal für Ernährungsmedizin 2001; 3 (2) (Ausgabe für Schweiz): 21-23
Journal für Ernährungsmedizin 2001; 3 (2) (Ausgabe für Österreich): 7-10

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Keywords: Cholesterineinfach ungesättigte FettsäurenErnährungsmedizinfamiliäre HypercholesterinämieLDL-CholesterinRapsöl

Die familiäre Hypercholesterinämie ist eine der häufigsten erblichen Stoffwechselerkrankungen, die durch einen LDL-Rezeptordefekt bedingt und durch bereits im Kindesalter erhöhte Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinspiegel gekennzeichnet ist. Neben der Hypertonie und dem Rauchen stellt eine erhöhte LDL-Konzentration einen der wesentlichen Risikofaktoren im Prozeß der Atherogenese dar. Eine Senkung der erhöhten LDL-Konzentration ist mit der Verringerung des Risikos assoziiert. Grundpfeiler jeglicher Therapie (in allen Altersstufen) ist die Diät, wobei der Senkung der gesättigten Fette und der Erhöhung der einfach und mehrfach ungesättigten Fette besondere Bedeutung zukommt. Der Einsatz von Medikamenten ist erst in zweiter Linie, nach einer nicht ausreichenden diätetischen LDL-Senkung bei markanter Familienanamnese (kardiovaskuläre Erkrankung eines Verwandten 1. Grades vor dem 55. Lebensjahr) und bei LDL-Cholesterinwerten von über 160 mg/dl bereits im Jugendalter indiziert. Mit der Verwendung von Diäten, die durch vorwiegende Supplementierung von Ölen, die einen hohen Gehalt von einfach ungesättigten Fettsäuren haben, gekennzeichnet sind, liegen im Kindesalter bisher kaum Erfahrungen vor. 47 Kinder und Jugendliche (20 Burschen und 27 Mädchen) im Alter von 4 bis 19 Jahren mit familiärer Hypercholesterinämie begannen das vorliegende Programm. Als Therapie wurde eine fettmodifizierte Diät unter Verwendung von Rapsöl über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten (3-56 Monate) angewendet. Die Einhaltung der vorgeschriebenen Diät wurde durch Ernährungsprotokolle überprüft, die über einen Zeitraum von mindestens jeweils einer Woche geführt und von der Diätassistentin kontrolliert wurden. Bei 2 Patientinnen mußte aufgrund der hohen LDL-Konzentrationen nach der Diät und der hohen Risikokonstellation ein lipidsenkendes Medikament (Statin) verordnet werden. Von 23 Patienten standen auswertbare Protokolle zur Verfügung, davon zeigte sich bei 17 Patienten (10 Mädchen und 7 Burschen) eine Senkung des Gesamtcholesterins um 10 % und eine Senkung des LDL-Cholesterins um 14 %. Bei 6 Patienten (4 Mädchen und 2 Burschen) zeigte sich trotz guter Compliance kein meßbarer Abfall von Gesamt- bzw. LDL-Cholesterin, zum Teil sogar ein Anstieg. In der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, daß sich bei zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen eine mittlere Senkung des Gesamtcholesterins um 11 % und des LDL-Cholesterins um 14 % erreichen läßt. Aus diesen Ergebnissen wird geschlossen, daß sich bei einem überwiegenden Anteil der jugendlichen Patienten mit einer familiären Hypercholesterinämie markante Senkungen von Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin durch ausschließliche Verwendung von Rapsöl als Zubereitungsfett erzielen lassen.
 
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