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van Ophoven A, Hertle L  
Therapiemöglichkeiten chronischer urologischer Schmerzsyndrome am Beispiel der Interstitiellen Zystitis

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (4) (Ausgabe für Österreich): 18-26
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (4) (Ausgabe für Schweiz): 17-25

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Keywords: Interstitielle ZystitisNeurourologieUrologie

Nach wie vor sind sowohl Ätiologie als auch Pathogenese chronisch abakterieller Schmerzsyndrome der Beckenregion, wie z. B. bei der sog. Interstitiellen Zystitis, nicht vollends entschlüsselt. Ihre kausale Behandlung ist folglich zurzeit nach wie vor nicht möglich. Es existiert weder ein evidenzbasierter Therapiealgorithmus noch eine sog. Standardtherapie für die mannigfaltigen Therapieansätze. Die therapeutischen Konzepte können in orale, intravesikale, operative und physikalische Verfahren unterteilt werden. Auch gibt es sinnvolle ergänzende Therapieverfahren jenseits der klassischen Schulmedizin. Grundlage jeder Schmerztherapie stellt das WHO-Stufenschema dar. Unter den oralen Therapieverfahren werden zurzeit folgende Medikamente mit unterschiedlichen Evidenzlevels empfohlen: Amitriptylin, Hydroxyzin und Pentosanpolysulfat. Viele weitere orale Medikamente werden eingesetzt, wobei der Nachweis ihrer Wirksamkeit z. T. lückenhaft ist, darunter Antikonvulsiva, L-Arginin und verschiedene Immunmodulatoren und -suppressiva. Bei den intravesikalen Therapieverfahren finden Botulinumtoxin A, Dimethylsulfoxid, Heparin und Glykosaminoglykan- Ersatzstoffe Anwendung. Unter den physikalischen Therapieverfahren gilt neben der Blasendistension die hyperbare Sauerstofftherapie als wirksame Therapieform. Bei Versagen der konventionellen Therapieverfahren stellen die operative (Teil-) Entfernung der Harnblase oder Harnumleitungsoperationen die therapeutische Ultima Ratio dar. Kontrollierte Studien zu alternativen Heilverfahren existieren kaum; recht gute Resultate bei chronischen Beckenschmerzsyndromen konnten aber mit Akupunktur als additivem Therapieverfahren erreicht werden.
 
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