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Drexel H et al.  
Einfluss von DNA-Variationen auf die koronare Herzerkrankung

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2008; 15 (11-12): 342-346

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Keywords: DNAKardiologieKHK

Erkenntnisse aus Familien- oder Zwillingsstudien lassen auf einen hohen genetischen Hintergrund der koronaren Herzerkrankung (KHK) schließen. Seit einiger Zeit versucht man mittels intensiver Forschung, die genetischen Faktoren, welche das kardiovaskuläre Risiko beeinflussen, zu identifizieren. Aufgrund der hohen Frequenz der KHK in der Bevölkerung spielen hierbei Mendel’sche Erkrankungen, wie die familiäre Hypercholesterinämie, nur eine untergeordnete Rolle. Anhand der Ergebnisse aus Kopplungs- und Assoziationsstudien sind bisher zahlreiche DNA-Polymorphismen in Kandidatengenen als potenzielle genetische Risikofaktoren für die KHK vorgeschlagen worden. Die möglichen Auswirkungen dieser Polymorphismen auf das Erkrankungsrisiko werden in der Literatur allerdings meist kontrovers diskutiert. Metaanalysen haben gezeigt, dass DNA-Polymorphismen der Gene für Apolipoprotein E, Cholesteryl Ester Transfer-Protein, Faktor V, Prothrombin und Adiponektin einen signifikanten Zusammenhang mit der KHK aufweisen. Die jüngste Entwicklung von technischen Verfahren für die Hochdurchsatzgenotypisierung sowie die wachsende Kenntnis um die Strukturierung des Genoms in Haplotypen eröffnete der Forschung neue Möglichkeiten für die Ermittlung des genetischen Einflusses auf die KHK. Infolgedessen konnten mehrere unabhängig durchgeführte genomweite Assoziationsstudien den chromosomalen Abschnitt 9p21 erstmalig als genetischen Modulator für die KHK identifizieren. Die genaue Wirkweise dieser in der Region 9p21 lokalisierten DNA-Variationen auf die Entstehung der KHK ist bis dato allerdings unbekannt. Zukünftige technologische Entwicklungen, wie das "next generation sequencing", werden innerhalb absehbarer Zeit die Forschung über den Zusammenhang zwischen genetischer Variabilität und der KHK weiter maßgeblich beeinflussen. Durch dieses Wissen wird es uns gelingen, das KHK-Risiko besser abschätzen zu können und neue Therapien auf Personen mit hohem Risiko zu fokussieren.
 
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