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Eckel H et al.  
Zytogenetische Untersuchungen von humanen unreifen Eizellen

Journal für Fertilität und Reproduktion 2001; 11 (2) (Ausgabe für Schweiz): 14-22
Journal für Fertilität und Reproduktion 2001; 11 (2) (Ausgabe für Österreich): 14-22

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Keywords: ChromosomenanomalieFertilitätGenetikReproduktion

Bislang sind zahlreiche zytogenetische Studien durchgeführt worden, um Art und Häufigkeiten chromosomaler Anomalien bei reifen humanen Eizellen zu bestimmen, welche nach einer in vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischen Spermatozoeninjektion (ICSI) unbefruchtet blieben. Hierbei fanden verschiedenste Analysetechniken wie die konventionelle Homogenfärbung meiotischer Eizellchromosomen oder die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) Anwendung. Unsere Zielsetzung war, zu klären, ob diese Verfahren auch für die zytogenetische Analyse unreifer humaner Eizellen geeignet sind, welche sich im Germinalvesikel (GV)-Stadium befinden. Hierfür wurden unreife Oozyten verwendet, welche im Rahmen von Laparotomien bei verschiedenen Sterilitätsursachen (z.B. Wiederherstellung der Eileiterdurchgängigkeit, Entfernung von Myomen oder Endometrioseherden) gewonnen wurden oder die nach ovarieller Stimulation bei IVF oder ICSI im GV-Stadium arretiert blieben. Die Präparation der Zellen erfolgte entsprechend einem von Kamiguchi et al. beschriebenen graduellen Verfahren [Proc Japan Acad 1976; 52: 316]. Nach Homogenfärbung des Kernmaterials mit Giemsa und 4',6-Diamidino-2-phenylindolhydrochlorid (DAPI) konnten verschiedene GV-Oozyten mit deutlichen Unterschieden hinsichtlich des Kondensationsgrades ihres Chromatins identifiziert werden. Zusätzlich wurden FISH-Analysen mit direkt markierten Locus-spezifischen DNA-Sonden für die Chromosomen 13 und 21 durchgeführt (LSI 13, LSI 21, Vysis). Von 29 Eizellen konnten bei 20 (69,0%) anhand der spezifischen Signalmuster die jeweiligen homologen Chromosomen 13 und 21 detektiert werden. Damit ermöglicht diese FISH-Technik die Bestimmung der Anzahl spezifischer Chromosomen im Germinalvesikel unreifer Eizellen und die Identifizierung von aneuploiden Keimzellinien. Zytogenetische Studien von unreifen humanen Eizellen könnten somit sowohl für die Untersuchung der Reifung weiblicher Gameten als auch für die Identifizierung möglicher Störungen im Reifungsprozeß von Bedeutung sein.
 
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