Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Mühlberger V, Pachinger O  
Herzkathetereingriffe in Österreich im Jahr 2007 (mit Audit 2004 bis 2008)

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2009; 16 (3-4): 86-103

Volltext (PDF)    Summary    Abbildungen   

Abb. 1: DES - Stent - Österreich Abb. 2: DES - Österreich Abb. 3: DES - PCI - Österreich Abb. 4: PCI - Myokardinfarkt - Österreich Abb. 5: PCI - Mortalität - Österreich Abb. 6: CA - Österreich Abb. 7: PCI - Österreich Zum letzten Bild



Keywords: CAKardiologieKoronarangiographiePCIStatistikÖsterreich

2007 wurden in Österreich 52.260 diagnostische Koronarangiographien (CA) und 19.342 perkutane koronare Interventionen (PCI) durchgeführt. Das entspricht einer Zunahme der CA-Fallzahlen von 3,1 % und der PCI-Fallzahlen von 0,42 % gegenüber 2006. Beide Steigerungsraten waren 2006 und 2007 geringer als in den Vorjahren. Der Prozentanteil PCI/CA war in den Jahren 2001–2006 signifikant von 31,1 % auf 38,0 % angestiegen (p ≤ 0,001) und ist 2007 auf 37,0 % abgefallen. Es gab im Jahr 2007 keine Neueröffnung und alle 34 Zentren führten Koronarangiographien und PCI durch. In 6014 Fällen erfolgte eine Akut-PCI wegen Verdacht auf Myokardinfarkt (davon gemeldete 3342 ST-Hebungsinfarkte; STEMI). Der Prozentanteil der Akut-PCIs ist in den Jahren 2002–2007 von 11,7 % auf 31,1 % aller PCI signifikant angestiegen (p ≤ 0,001). Die Hospitalmortalität 2007 nach PCI beträgt 1,12 % und setzt sich zusammen aus jener für nicht-akute PCIs von 0,128 % (17/13.328) und jener für Akut-PCIs von 3,31 % (199/6014), wobei nach Akut-PCI im Infarkt mit kardiogenem Schock (131/404 = 32,43 %) die wesentlich höhere Mortalität besteht als nach Akut-PCI im Infarkt ohne Schock (68/5610 = 1,21 %). Die Rate notfallmäßiger Operationen nach PCI-Komplikation betrug 0,11 % und die Mortalität infolge notfallmäßiger Operationen traf 8 der 22 Patienten. Insgesamt wurden bei 17.494 Fällen (90,45 % der PCI-Fälle) Stents implantiert. „Drug-eluting Stents“ (DES) mit einem Anteil von 64,12 % aller Stentfälle haben 2007 gegenüber dem Vorjahr (69,2 %) erstmals abgenommen. Paclitaxel ist mit 3550 im Jahr 2007 gemeldeten Fällen weiterhin die meistverwendete Substanz. Eingriffe wegen Instent-Restenose (REDO) wurden 2003 bei 4,9 % und 2007 bei 5,2 % aller PCI-Fälle dokumentiert. Folgende Anwendungen zeigten zuletzt eine Steigerungsrate (% der PCI-Fälle im Jahr 2007): Punktionen am Arm (7,2 %), Hilfsmittel zum Punktionsverschluss (69,2 %), Gerinnselfänger (5,0 %), intrakoronare Ultraschalldiagnostik (5,3 %), intrakoronare Druckmessung (6,1 %), direkte Thrombinhemmer (2,8 %), Stents im linken Hauptstamm (2,1 % aller Stents). Neu 2007 in Österreich sind die diagnostische OCT ("optical coherence tomography") und die Transkatheter-Aortenklappenersatztherapie (TCAR = "transcatheter aortic valve replacement"). 2004 bis 2008 fanden in 26 der 34 österreichischen Labors insgesamt 27 Monitorvisiten statt. Im europäischen Vergleich liegt Österreich (8,299 Millionen Einwohner) im Jahr 2007 mit 6296 CA und 2330 PCI pro Million Einwohner und auch bezüglich der Anteile PCI/CA und DES/Stent weiter im vorderen Feld. Die Daten werden über http://iik.i-med.ac.at/ kommuniziert. Zusammenfassend kommt es 2007 erstmals zur partiellen Trendumkehr, die DES nehmen ab, die Ratio PCI/CA wird kleiner. Eingriffe wegen Restenose reduzieren sich kaum. Hilfsmittel zum Punktionsverschluss und diverse Nischenanwendungen nehmen zu.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung