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Pakrah-Bodingbauer B et al.  
Wertigkeit der 5-Aminolävulinsäure- (5-ALA-) gestützten Gliomchirurgie

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2009; 10 (2): 22-25

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Abb. 1: Tumor Abb. 2: 5-ALA Abb. 3: Tumor



Keywords: GliomNeuroonkologie

Einleitung: Das Glioblastoma multiforme ist mit 50 % die häufigste Tumorentität unter den Gliomen. Ein wichtiger Faktor für das Überleben des Patienten mit einem bösartigen Hirntumor stellt die möglichst radikale Resektion des Tumors dar. Die intraoperative Resektionskontrolle mittels 5-ALA (5-Aminolävulinsäure) kann die angestrebte radikale Entfernung des kontrastmittelaufnehmenden Tumoranteils verbessern. Patienten und Methoden: An der neurochirurgischen Abteilung Rudolfstiftung wurden in einem Zeitraum von 08/2007–06/2008 13 Patienten mit 5-ALA neuronavigiert operiert. Bei allen bestand radiologisch der Verdacht auf ein Glioblastoma multiforme. Die primär chirurgische Zielsetzung war eine radikale Resektion des Tumors. Bei 10 Patienten erfolgte eine vollständige Resektion, in drei Fällen kam es zu einer Teilresektion. Die histologische Diagnose lautete bei 11 Patienten Glioblastoma multiforme, bei einem Oligodendrogliom und bei einem weiteren Patienten wurde ein anaplastisches Astrozytom festgestellt. Alle Patienten erhielten postoperativ eine Kombination aus Radio- und Chemotherapie. Ergebnisse: In der postoperativen Nachbeobachtungszeit von 5,2 Monaten (0–10 Monate) traten insgesamt 2 Rezidive (nach 6 und 4 Monaten) auf. Als postoperative Komplikation ist bei einem Patienten bei präoperativer Hemiparese eine Hemiplegie aufgetreten, bei 3 weiteren Patienten kam es zu einer leichten temporären Verschlechterung des klinisch-neurologischen Zustandsbildes. Bei allen übrigen verliefen der Eingriff und die postoperative Zeit komplikationslos. Schlussfolgerung: Die fluoreszenzgestützte Chirurgie mit 5-ALA hat sich sicher und standardisiert an unserer Abteilung etablieren lassen. Unter der Anwendung von 5-ALA lässt sich nachweislich ein höherer Prozentsatz des Tumors entfernen, wodurch die Patienten von den postoperativen adjuvanten Behandlungsmodalitäten besser profitieren. Eine 100%ige Radikalität ist jedoch auch durch diese Methode nicht erreichbar.
 
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