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Imhof M et al.  
Cord blood sampling: Die Rolle des Gynäkologen

Journal für Fertilität und Reproduktion 2001; 11 (3) (Ausgabe für Schweiz): 31-35
Journal für Fertilität und Reproduktion 2001; 11 (3) (Ausgabe für Österreich): 22-26

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Keywords: Cord Blood SamplingFertilitätNabelschnurblutStammzelle

Sensationsmeldungen über neue medizinische Errungenschaften im Zusammenhang mit Stammzellen gehören beinahe zum Alltag. So erhofft man sich, die Effizienz medizinischer Behandlungstechniken deutlich zu verbessern und somit Lebenserwartung und Lebensqualität des Menschen steigern zu können. Die Anwendung von Stammzellen ist praktisch in jedem Spezialbereich der Medizin denkbar, wie z.B. durch Nachzüchtung von Organgeweben zur Behandlung einer Leberzirrhose ebenso wie eines Diabetes mellitus, und erscheint somit als ein weiterer Schritt im Wandel weg von der klassischen Nachsorge- hin zur Vorsorgemedizin. Stammzellen aus der Nabelschnur können im Vergleich zur Knochenmarkspunktion völlig risikofrei und vergleichsweise günstig gewonnen werden. Sie sind weitgehend frei von Infektionen und teilungspotent. Die Entnahme der Stammzellen findet nach Abnabelung des Kindes durch Punktion der Umbilicalvene statt. Ungefähr 80 (± 25) ml Blut werden, nach virologischer und bakteriologischer Austestung sowie Zellzählung auf ca. minus 190°C abgekühlt und eingelagert. Das Tätigkeitsspektrum des Frauenarztes ist breit. Zunehmend wird er im Zuge der Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen mit Fragen der Patienten zum Thema Stammzelleinlagerung und Vorsorgemedizin im allgemeinen konfrontiert. Es obliegt ihm die Koordination von Vorbereitung, Entnahme und Versorgung der Präparate. Auch wenn sich der Vorgang technisch einfach darstellt, ist die Gelegenheit zur Stammzellextraktion einmalig und bedarf einer sorgfältigen Abnahme. Im Bereich der gynäkologischen Basisforschung spielen die Sexualsteroide und ihr Einfluß auf die Stammzellentwicklung eine entscheidende Rolle. Die medizinischen Auswirkungen dieses neuen Verfahrens können heute noch nicht abgeschätzt werden. Dennoch sollte man im Interesse kommender Generationen diese Chance nicht ungenützt lassen.
 
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