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Bohnet HG  
Prevention and Therapy of Hypothyreoidism in Patientes Undergoing Fertility Treatment

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2009; 6 (Sonderheft 1): 10-12

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Abb. 1: Thyroid-Antibodies Abb. 2: Thyroid antibodies



Keywords: HypothyreoseJodLevothyroxinSelenSterilitätiodineovert hypothyroidsmseleniumsterility

Prävention und Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion im Rahmen der Fertilitätstherapie. Im Krankengut von Schwerpunktspraxen für Reproduktionsmedizin wird die Häufigkeit der latenten Hypothyreose mit 7–12 % und die der manifesten Schilddrüsenunterfunktion mit 2,8–5 % veranschlagt und dürfte somit in vielen Fällen zu einer Fertilitätsstörung der Frau beitragen. In etwa einem Sechstel der Fälle ist die Schilddrüsendysfunktion durch eine Autoimmunreaktion in der Schilddrüse hervorgerufen, d. h. bei dem Rest dürfte eine chronische Jodmangelversorgung die Ursache sein. Für die Autoaggression wird nach neuesten Erkenntnissen eine verminderte Antioxydansabwehr aufgrund eines Selenmangels verantwortlich gemacht. Die Folge ist, dass Sauerstoffradikale aus dem Peroxid, welches für die Jodoxidation und für die Tyrosin-Jodisation notwendig ist, nicht abgefangen werden können. Zur Prävention von Schilddrüsenfunktionsstörungen sollten alle Frauen mit Kinderwunsch, sofern sie als „schilddrüsengesund“ gelten, täglich 150 µg Jod und 75 µg Selen, letzteres am besten als Natriumselenit, nüchtern mit Wasser, am besten eine halbe Stunde vor dem Frühstück einnehmen, so wie auch Levothyroxin eingenommen werden muss. Die Therapie einer Hypothyreose richtet sich nach dem Ausmaß und der Ursache der Störung. Bei der latenten Form liegt die durchschnittlich erforderliche Levothyroxin-Substitutions-Dosis zwischen 50 und 75 µg pro Tag; dadurch wird erfahrungsgemäß eine völlige Suppression des TSH verhindert, was unbedingt zu vermeiden ist. Das TSH sollte bei der Kontrolle um 1 mE/L liegen. Bei der manifesten Hypothyreose sind selten höhere Dosen als 125–150 µg erforderlich. Ist eine Immunthyreopathie ausgeschlossen, ist die zusätzliche Gabe von Jod und Selen sinnvoll (s. o.), zumal in einer nachfolgenden Schwangerschaft der Fetus ebenfalls mit diesen Spurenelementen versorgt werden muss. Durch die Verabreichung von Selen wird eine Verminderung des Redoxpotenzials in der Schilddrüse verhindert; ein drastischer Abfall begünstigt die Erstmanifestation einer postpartalen bzw. eine Exazerbation einer präexistenten Immunthyreopathie. Bei nachgewiesener Hashimoto-Thyreoiditis wird neben Levothyroxin 100–200 µg Selen verabreicht, womit ein Serum-Selenspiegel von etwa 1,4 µmol/L angestrebt wird, welcher erfahrungsgemäß ein optimales Redoxpotenzial gewährleiste
 
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