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Anwendung und klinische Relevanz der Bestimmung von Knochenumbaumarkern bei Osteoporose: ein Überblick

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2001; 8 (3): 15-19

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Keywords: FrakturrisikoKnochendichteKnochenumbaumarkerMineralstoffwechselOsteoporose

Knochenumbaumarker werden von Osteoblasten (Knochenanbaumarker) oder von Osteoklasten (Knochenabbaumarker) freigesetzt und können im Blut oder Harn bestimmt werden; dadurch ist eine quantitative Beurteilung der Aktivität des Knochenstoffwechsels möglich. Parameter der zellulär-enzymatischen Aktivität der Knochenzellen können von Matrixbestandteilen, die während des Knochenumbaues freigesetzt werden, unterschieden werden. Knochenanbaumarker sind: alkalische Phosphatase (gesamt oder knochenspezifisch), Osteokalzin und Prokollagen Typ I-Propeptid. Knochenabbaumarker sind Hydroxyprolin, Hydroxypyridinium-Crosslinks (frei oder an Telopeptide gebunden) und tartratresistente saure Phosphatase. Bei Osteopenie/Osteoporose sprechen hohe Konzentrationen von Knochenumbaumarkern für ein Überwiegen der Resorption und damit für einen verstärkten Mineralverlust. Die Höhe der Umbaumarker ist in großen Kollektiven negativ mit der Knochendichte korreliert; daraus folgt, daß hohe Umbaumarker ein erhöhtes Frakturrisiko anzeigen, vor allem in Kombination mit einer niederen Knochendichte. Diese Daten gelten für große Kollektive, beim individuellen Patienten kann keine exakte Voraussage gemacht werden. Dennoch kann die Markerbestimmung therapeutische Entscheidungen mitbeeinflussen und darüber hinaus zur Therapieüberwachung dienen. 3 bis 6 Monate nach Beginn einer antiresorptiven Therapie kommt es zu einem signifikanten Abfall der Marker, was für ein Ansprechen der Behandlung spricht, lange bevor eine Kontroll-Densitometrie sinnvoll ist. In der Routinediagnostik sind als Knochenanbaumarker Osteokalzin oder die knochenspezifische alkalische Phosphatase, als Knochenabbaumarker die peptidgebundenen Pyridinium-Crosslinks (NTX oder CTX) im Serum zu empfehlen. Weitere Studien zur klinischen Relevanz der Knochenumbaumarker lassen in Zukunft eine größere Aussagekraft für den Krankheitsverlauf und die Therapie-Effizienz beim individuellen Osteoporose-Patienten erwarten.
 
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