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Dichtl W  
Stellenwert einer lipidsenkenden Therapie bei asymptomatischer Aortenstenose

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2010; 17 (3-4): 97-101

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Abb. 1: Koronarsklerose Abb. 2: Herzklappenerkrankung



Keywords: KardiologieLDLLIPID

In den vergangenen Jahren wurde in mehreren Studien untersucht, ob eine lipidsenkende Therapie die Progression der Aortenstenose (AS) verzögern kann. Die Grundlagenforschung konnte eine der Atherosklerose verwandte Pathogenese der AS nachweisen: Im Tierexperiment reduzieren Statine die lokale Lipidakkumulation und Entzündungsreaktion in der Aortenklappe analog zu deren günstigen Effekte in der atherosklerotischen Gefäßplaque. Während retrospektive Studien wiederholt Hinweise ergaben, dass Statine die Progression der AS verlangsamen können, konnten die zuletzt publizierten großen prospektiven Studien SALTIRE und SEAS keinen positiven Effekt einer lipidsenkenden Therapie auf das Fortschreiten der mittel- bis hochgradigen AS bei Patienten mit einem LDL-C < 140 mg/dl zeigen. SEAS, mit 1873 rekrutierten Patienten die bisher größte randomisierte Herzklappenfehlerstudie, bestätigte, dass eine aggressive LDL-C-Senkung (< 70 mg/dl) mittels der Kombination Simvastatin/ Ezetimib koronare Ereignisse reduzieren kann. Ein klinischer Benefit schlägt sich hauptsächlich in der signifikanten Reduktion einer begleitenden Bypassoperation durch, wenn ein Aortenklappenersatz durchgeführt werden muss. Ein möglicher prokanzerogener Effekt durch Ezetimib sollte aber zur Vorsicht im Einsatz dieser Substanz mahnen, bis diesbezüglich Daten anderer Studien vorliegen. Die einzige positive prospektive Studie (RAAVE) wurde dagegen bei Patienten mit Hyperlipidämie (LDL-C ~ 160 mg/dl) durchgeführt, im offenen Vergleich zu normolipidämischen Patienten ohne lipidsenkende Medikation. Der derzeitigen Datenlage folgend sollte eine lipidsenkende Therapie bei AS in Erwägung gezogen werden, wenn 1.) eine begleitenden KHK vorliegt – dies betrifft ca. 50 % aller Patienten. 2.) Unabhängig vom Koronarstatus sollte eine Hyperlipidämie (LDL-C > 160 mg/dl) behandelt werden, denn dadurch kann vielleicht eine gewisse Verlangsamung der AS-Progression erreicht werden. Allerdings bedarf es neuer medikamentöser Ansätze, um diese häufige Erkrankung in Zukunft bereits im asymptomatischen Stadium effektiver behandeln zu können
 
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