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Summary
Gierlinger A et al.  
Perkutane Koronarintervention beim alten Patienten

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2010; 17 (3-4): 102-108

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Abb. 1: Koronarangiographie



Keywords: AlterKardiologiePCI

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung nimmt der Anteil von alten Patienten, die einer perkutanen Koronarintervention (PCI) zugeführt werden, zu. Da ältere Patienten in Studien meist unterrepräsentiert sind, können Studienergebnisse auch nur beschränkt auf ältere Patienten übertragen werden. In die vorliegende Studie wurden 544 konsekutive Patienten ≥ 80 Jahre, bei denen zwischen Jänner 2003 und Dezember 2005 an unserem Zentrum eine Koronarangiographie durchgeführt wurde, eingeschlossen. Als Vergleichsgruppe wurden 180 Patienten ≤ 65 Jahre herangezogen. Untersucht wurden Patientencharakteristika, Indikationen zur Koronarangiographie, angiographisches Ergebnis sowie intrahospitale Komplikationen und Langzeit- Mortalität (mittleres Follow-up 16 ± 11 Monate). Als Indikation zur Koronarangiographie fand sich bei Patienten ≥ 80 Jahren das Vorliegen eines Akuten Koronarsyndroms (ACS) in 61,2 % und einer stabilen Angina pectoris (AP) in 21,7 %, während bei Patienten ≤ 65 Jahren ein ACS in 41,6 % und eine stabile AP in 18,3 % vorlag. Bei 50 % der ≥ 80-Jährigen und 33,9 % der ≤ 65- Jährigen wurde nach der diagnostischen Koronarangiographie eine PCI angeschlossen (p < 0,001). Patienten ≥ 80 Jahre waren häufiger Frauen (55,3 % vs. 23,3 %; p < 0,001) und wiesen häufiger eine Niereninsuffizienz in der Vorgeschichte auf (23,8 % vs. 4,4 %; p < 0,001). Junge Patienten hatten häufiger Risikofaktoren wie Nikotinabusus (32,8 % vs. 2,9 %; p < 0,001), Hypercholesterinämie (81,7 % vs. 51,7 %; p < 0,001) und einen höheren Body-mass-Index (BMI) (28,7 ± 5,0 kg/m2 vs. 26,4 ± 3,9 kg/m2; p < 0,001). Alte Patienten mit signifikanter Koronarstenose wurden etwas häufiger einer PCI (66,3 % vs. 57,5 %; p = 0,092), jedoch seltener einer koronaren Bypassoperation (CABG) zugeführt (4,6 % vs. 9,4 %; p = 0,056). Im Rahmen einer PCI wurden 91,8 % der ≤ 65-Jährigen und 90,4 % der ≥ 80- Jährigen mit einem Stent versorgt (p = n. s.), wobei junge Patienten häufiger einen Drug-eluting Stent (36,1 % vs. 14,7 %; p < 0,001) erhielten. Komplikationen traten im Rahmen einer PCI bei 18 % der ≥ 80-Jährigen und bei 6,6 % der ≤ 65- Jährigen auf (p = 0,027). Sowohl intrahospitale Mortalität (5,5 % vs. 1,6 %; p = n. s.) als auch 1-Jahres-Mortalität (12,1 % vs. 1,6 %; p = n. s.) und Langzeitmortalität (16,2 % vs. 1,6 %; p = 0,003) waren in der Gruppe der ≥ 80-Jährigen höher als in der Gruppe der ≤ 65-Jährigen. Konklusion: Angesichts des häufigen Vorliegens eines akuten Koronarsyndroms und der meist ausgeprägteren Koronarveränderungen bei ≥ 80-jährigen Patienten erscheinen die gegenüber jüngeren Patienten höhere Komplikationsrate nach PCI sowie die höhere intrahospitale Mortalität akzeptabel. Das Langzeitüberleben von Patienten ≥ 80 Jahren nach PCI ist mit dem prognostizierten Überleben in der altersentsprechenden Allgemeinbevölkerung vergleichbar.
 
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