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Neue 19-Norgestagene in der HRT: Das Ende der Gestagendiskussion?

Journal für Menopause 2001; 8 (Supplementum 1) (Ausgabe für Deutschland): 2-11

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Keywords: 19-NorgestageneClimodienDienogestGestagenMenopause

Neuere 19-Norgestagene wie das Estranderivat Dienogest oder die 19-Norprogesteronderivate Nomegestrolacetat, Trimegeston und Promegeston wurden mit dem Ziel entwickelt, die potentiell vorteilhaften metabolischen Eigenschaften der 17alpha-Hydroxyprogesteronderivate mit der sehr effektiven Endometriumwirkung der herkömmlichen 19-Nortestosteronderivate in sich zu vereinigen. Auch wenn die klinische Relevanz unterschiedlicher Wirkungen der verschiedenen Gestagene auf einzelne Surrogatparameter umstritten sein mag, darf man daraus nicht die Schlußfolgerung ableiten, diese Unterschiede wären zur Gänze therapeutisch unbedeutend. Dies würde auch dem Anspruch einer von fachärztlicher Kompetenz getragenen Medizin, die auch schrittweise erfolgenden Innovationen Rechnung trägt, nicht gerecht werden. So widersprechen u. a. auch die aktuellen Empfehlungen der North American Menopause Society der Vorstellung, die zur Verfügung stehenden Gestagene wären letztendlich untereinander beliebig austauschbar. In diesem Konsensuspapier, das sich auf umfangreiche Literaturdaten stützt, wird u. a. vom Einsatz von Androgenen bzw. Gestagenen mit androgenem Partialwirkungsprofil bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ II abgeraten. An diesem Beispiel wird deutlich, daß die antiandrogene Partialwirkung der neueren 19-Norgestagene nicht nur beim Vorliegen hyperandrogenämiebedingter Stigmata von Haut und Haaren vorteilhaft zu bewerten ist, sondern auch im Hinblick auf Stoffwechselaspekte. Unter diesen neuen 19-Norgestagenen nimmt das im Klimakteriumspräparat Climodien® enthaltene Dienogest anscheinend eine Sonderstellung ein, indem es die günstigen Effekte von Estradiol auf neurophysiologische Parameter weiter verstärkt. Die lange währende Diskussion, welcher Gestagentyp zu bevorzugen ist, und die damit einhergehende Verunsicherung in der Verordnungspraxis sollten damit in der Tat beendet sein, da mit den neueren 19-Norgestagenen Wirkstoffe Eingang in die Hormonsubstitution finden, welche die Vorteile der 17alpha-Hydroxyprogesteronderivate sowie der herkömmlichen 19-Nortestosteronderivate auf sich vereinigen und dazu noch, wie am Beispiel von Dienogest erläutert, zusätzliche interessante Partialwirkungen aufweisen.
 
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