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Paasch U et al.  
Diagnostik und Therapie beim Mann mit unerfülltem Kinderwunsch

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2010; 3 (1): 18-25

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Keywords: AndrologieFertilisierungunerfüllter Kinderwunsch

Die WHO rechnet weltweit mit einem Zuwachs von 2 Millionen infertilen Paaren pro Jahr. Ein unerfüllter Kinderwunsch liegt vor, wenn ein Jahr lang regelmäßig, d. h. etwa 2x/Woche, ungeschützt Geschlechtsverkehr ausgeübt wurde, ohne dass eine Konzeption eintritt. Dabei ist in 50 % der Fälle eine alleinige oder partielle Verursachung der Infertilität durch den Mann zu erwarten. Zur Realisierung des Kinderwunsches werden Mindestzahlen von progressiv motilen, normomorphen Spermien benötigt, die in der Lage sind, den Fertilisierungsprozess erfolgreich zu absolvieren. Eine eingeschränkte Zeugungsfähigkeit ist häufig ein Summationseffekt mehrerer ätiopathogenetischer Faktoren und oft der Endzustand einer angeborenen oder erworbenen Schädigung des Germinalepithels. Die Störung der Spermatogenese und der Spermienfunktionen kann auf hypothalamisch-hypophysärer, testikulärer oder post-testikulärer Ebene verursacht werden, wobei zu den häufigsten Ursachen bzw. Risikofaktoren einer eingeschränkten Fertilität des Mannes der Maldescensus testis, Infektionen und Entzündungen des Genitaltraktes sowie die Varikozele zählen. Die Fertilitätsdiagnostik umfasst bedarfsweise angepasst die detaillierte Anamnese sowie die klinische Untersuchung mit Statuserhebung, Ejakulatdiagnostik, Hormondiagnostik, genetische Untersuchungen und die Analyse von Biopsiematerial. Prinzipiell mögliche Lösungswege bei unerfülltem Kinderwunsch sind die Akzeptanz des Spontanverlaufs, die rationale oder empirische medikamentöse Therapie, operative Maßnahmen und assistierte Fertilisierungstechniken. Die medikamentöse Therapie wird rational insbesondere bei der Substitution eines Hormondefizits eingesetzt. Operative Maßnahmen umfassen Refertilisierungsoperationen bei Verschlussazoospermie, die operative Gewinnung von Spermatozoen aus Hoden und Nebenhoden mit anschließender Kryokonservierung der Proben sowie die Behandlung der Varikozele neben Korrektur von Penisanomalien und der Orchidopexie. Die Kryokonservierung gewonnener Spermatozoen bzw. Hodengewebsproben spielt eine wichtige Rolle im Rahmen der assistierten Fertilisation, da die Gewinnung und Verwendung der Gameten zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen kann.
 
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