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Baumgartner H  
Endokarditisprophylaxe nach den neuen Guidelines der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2011; 18 (1-2): 9-11

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Keywords: Entzündliche HerzerkrankungESCKardiologie

Die Europäische Kardiologische Gesellschaft (ESC) hat 2009 neue Leitlinien zur Prävention, Diagnostik und Therapie der infektiösen Endokarditis (IE) veröffentlicht. Wie in früheren Empfehlungen wird die hohe Bedeutung einer guten Mundhygiene und eines streng aseptischen Vorgehens bei der Manipulation mit Venenkathetern oder jeglichen invasiven Prozeduren hervorgehoben. Die Empfehlungen zur Antibiotikaprophylaxe unterscheiden sich aber gravierend von jenen früherer Leitlinien. Weniger auf der Basis neuer Evidenz als von Expertenkonsens wird sie lediglich noch für die Patienten mit dem höchsten Risiko (vor allem Patienten mit Klappenprothesen oder anderem nichtendothelialisierten prothetischen Material, nach früherer IE und bei Patienten mit bestimmten angeborenen Herzfehlern) sowie bei den Prozeduren mit dem höchsten Risiko (vor allem Zahneingriffe) empfohlen. Hauptargument dafür ist, dass Bakteriämien nicht nur bei Zahneingriffen, sondern auch bei alltäglichen Handlungen wie Zahnreinigung und Kauen auftreten, das Fehlen an wissenschaftlicher Evidenz für die Effektivität der Antibiotikaprophylaxe, die extrem hohe Zahl an Patienten die behandelt werden müssten, um eine einzige IE zu vermeiden, das geringe aber doch existierende Risiko der Anaphylaxie und die zunehmende Resistenzentwicklung von Keimen durch die übermäßige Verwendung von Antibiotika. Der vorliegende Artikel fasst die neuen Empfehlungen zusammen und erklärt die Hintergründe dafür.
 
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