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Leissner J et al.  
Stellenwert der Lymphadenektomie für Staging und Prognose des invasiven Harnblasenkarzinoms

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2001; 8 (4) (Ausgabe für Schweiz): 10-16
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2001; 8 (5) (Ausgabe für Österreich): 13-20

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Keywords: HarnblasenkarzinomLymphadenektomieOnkologieUrologie

Im Gegensatz zu der operativen Therapie vieler solider Tumoren ist das Ausmaß der pelvinen Lymphadenektomie bei der radikalen Zystektomie nicht standardisiert. Die wenigen Literaturdaten über den therapeutische Nutzen der Lymphadenektomie und den Einfluß auf das Staging sind widersprüchlich. Retrospektiv wurden die Daten von 447 konsekutiven Patienten evaluiert, die zwischen 1986 und 1997 mit kurativer Zielsetzung radikal zystektomiert worden sind. Die Gesamtanzahl der entfernten Lymphknoten wurde mit dem histopathologischen Staging, dem Operateur und Pathologen sowie dem weiteren Krankheitsverlauf der Patienten korreliert. Das mittlere Alter der Patienten betrug bei der Zystektomie 62,8 Jahre, ein Follow up konnte bei 302 Patienten erhoben werden. Im Mittel wurden 14,6 Lymphknoten entfernt (1-46). Die Anzahl der entfernten Lymphknoten korrelierte signifikant mit den verschiedenen Operateuren, jedoch nicht mit den auswertenden Pathologen. Wurden mehr als 16 Lymphknoten entfernt, war die Prognose bei Patienten mit pT1 oder pT2-Tumoren und bei Patienten mit maximal 5 tumorpositiven Lymphknoten signifikant besser. In der multivariaten Analyse hatten die pT-Kategorie (p = 0,029), Lymphknotenstatus (p = 0,0001) und Anzahl der entfernten Lymphknoten (p = 0,007) einen Einfluß auf die Prognose. Eine ausgedehnte Lymphadenektomie verbesserte in unserem retrospektiv untersuchten Kollektiv signifikant die Prognose und stellte damit eine potentiell kurative Maßnahme dar. Auf dem Boden dieser Ergebnisse müssen prospektive Untersuchungen klären, wo der Standard für die pelvine Lymphadenektomie liegt und welchen Überlebensvorteil die radikale Chirurgie für den Patienten bietet.
 
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