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Beneder N et al.  
Disease-Management-Programme für Herzinsuffizienz-Patienten und die Sicht der Allgemeinmediziner in Oberösterreich

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2010; 17 (9-10): 336-342

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Abb. 1: DMP



Keywords: HIOberösterreichStudie

Hintergrund: Disease-Management- Programme (DMP) zur Behandlung von Diabetes mellitus sind in Österreich nahezu flächendeckend vorhanden. Für die Herzinsuffizienz (HI) gibt es diesbezüglich nur lokale Ansätze, die noch dazu uneinheitlich sind. Neben telefonbasiertem Nursing und ambulantem „Homebased- care Nursing“ gibt es mit der Telemedizin einen 3. Ansatz. Das Problem all dieser Konzepte ist, dass ein wichtiger Partner in der Betreuung von HI-Patienten nicht in die Erstellung miteinbezogen worden ist: die Hausärzte. Ziel der gegenständlichen Untersuchung war es, die Meinungen der Allgemeinmediziner in Oberösterreich (OÖ) zum Thema „Disease-Management- Programme für Herzinsuffizienzpatienten“ herauszufinden. Methodik: Es wurde ein anonymisierter Fragebogen mit 16 Fragen erstellt, der als Sammel-E-Mail über den Verteiler der Ärztekammer für OÖ an alle 701 niedergelassenen HausärztInnen ausgesendet wurde. Das E-Mail enthielt neben einer Einladung zur Teilnahme auch einen Link zum Online-Fragebogen. Nach 2 Wochen wurde ein Reminder-E-Mail ausgesandt. Resultate: Von den eingeladenen Hausärzten waren 104 (15 %) zur Teilnahme bereit (86 männlich, 17 weiblich, ein Teilnehmer hat sein Geschlecht nicht bekannt gegeben), von denen die Hälfte bereits aktiv am DMP für Diabetes mellitus teilnahm. 85 % bewerten die Wichtigkeit eines DMP für HI als hoch bzw. sehr hoch, wobei die vorrangigen Ziele in einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Reduktion der Hospitalisationen gesehen werden. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 %) würde bereits ab einem NYHA-Stadium-II Patienten in ein DMP für HI einschleusen. Die größten Gefahren werden in einer Dominanz der Spitalsambulanzen sowie in nicht konstanten Ansprechpartnern für den Patienten gesehen. Die Hälfte der Befragten würde eine flächendeckende Einführung eines DMP für HI-Patienten begrüßen, 80 % würden aktiv daran teilnehmen. Tendenziell war die Bereitschaft zur Teilnahme an einem DMP für HIPatienten in ländlichen Regionen größer als in Städten. Zusammenfassung: Diese Umfrage zeigt, dass Hausärzte in OÖ ein DMP für HI-Patienten als positiven Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Patienten sehen und einem solchen überwiegend positiv gegenüber stehen. Es erscheint aber unabdingbar notwendig, die Hausärzte in die Konzeption eines solchen DMP einzubeziehen.
 
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