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Klevecka V et al.  
Harnröhrenstriktur: Ursachen, Klassifikation, Diagnostik und Behandlung

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2010; 17 (4) (Ausgabe für Österreich): 16-24
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2010; 17 (4) (Ausgabe für Schweiz): 18-27

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Abb. 1: Harnröhrenstriktur Abb. 2a-c: Harnröhrenstriktur



Keywords: HarnröhreHRSMundschleimhautRekonstruktionUrologie

Die operative Behandlung von langstreckigen Harnröhrenstrikturen (HRS) ist auch heute noch eine Herausforderung. Santucci et al. berichten, dass in den USA ca. 0,6 % der Bevölkerung an einer HRS leiden. Meistens sind HRS erworben und nur sehr selten angeboren. Die Behandlung der symptomatischen HRS kann entweder durch endoskopische Verfahren oder aber durch verschiedene offen-chirurgische Techniken erfolgen. Die Harnröhrenbougierung ist die älteste Form der Behandlung, bei der die definitive Heilung nur bei kurzstreckigen, epithelialen Strikturen ohne begleitende Spongiofibrose zu erwarten ist. Die Urethrotomia interna nach Sachse ist noch heute das am meisten verbreitete endoskopische Behandlungsverfahren der HRS. Der Therapieerfolg dieses Verfahrens hängt von der Länge und der Lokalisation der Striktur sowie vom Ausmaß der Spongiofibrose ab. Deshalb führen die endoskopischen Operationsverfahren bei langstreckigen HRS nur sehr selten zu einem dauerhaften Erfolg. In den meisten Fällen ist schließlich eine offene Rekonstruktion der Harnröhre (HR) notwendig. Es besteht die Möglichkeit, die langstreckige HRS mittels primärer End-zu-End-Anastomose nach Exzision des vernarbten Bereichs oder mittels Substitutionsurethroplastik, entweder mit einem vaskularisierten Hautlappen oder mit Mundschleimhaut- (MSH-) Transplantat, zu rekonstruieren. Die besten Ergebnisse aller offenen operativen Verfahren der HRRekonstruktion weist die primäre End-zu-End- Anastomose auf. Allerdings ist diese Form der Behandlung durch die Lokalisation und Länge der HRS limitiert. Bei der Anwendung von freien Transplantaten im Rahmen der HR-Rekonstruktion erscheint die MSH zurzeit aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften als bestgeeignetes Gewebe. Daher ist in den meisten urologischen Kliniken dieses Operationsverfahren die Therapie der Wahl. Die Behandlung einer hinteren HRS gehört nur in die Hände von sehr erfahrenen Operateuren, die über das gesamte Repertoire der Harnröhrenchirurgie verfügen.
 
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