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Haberl RL  
Das akute Gefäßsyndrom der Karotiden und die therapeutischen Strategien

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2001; 8 (12): 490-490

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Keywords: Arteria carotisKardiologieKarotisstenoseStenoseStent

Karotisstenosen mit Einengung des Lumens der Arteria carotis interna um mehr als 70 % verursachen etwa 10 % aller ischämischen Schlaganfälle. Mechanismus dieser Schlaganfälle ist selten ein hämodynamischer Druckabfall über die Stenose (Grenzzoneninfarkte, Endstrombahninfarkte), häufiger sind arterio-arterielle Embolien nach Plaqueruptur mit der Folge kleiner, kortikaler Hirninfarkte. Diagnostische Screeningmethode der Wahl ist die farbkodierte Duplexsonographie, die arteriosklerotische Wandveränderungen und Stenosen ab 20 % sensitiv erfaßt, allerdings nur sehr eingeschränkt sensitiv ist für die Erkennung der Plaqueruptur- und Emboliegefährdung. Die interventionelle Therapieindikation - Operation oder endovaskuläre Stentimplantation - stützt sich daher im wesentlichen auf das Kriterium Stenosegrad. Karotisoperationen bei asymptomatischen Stenosen > 60 % verhindern zwar gleichseitige Schlaganfälle und TIAs, reduzieren jedoch kaum das Gesamtrisiko für alle Schlaganfälle/vaskulären Tod und haben deshalb keinen allgemein anerkannten Nutzen. Patienten mit symptomatischen Stenosen > 70 % profitieren von einem Eingriff vor allem nach kürzlich stattgehabten Symptomen (< 2-6 Monate), bei Stenosen > 80 %, nach zerebralen vs. okulären Symptomen und bei Fehlen einer peripheren Verschlußkrankheit bzw. einer unkontrollierten arteriellen Hypertonie. Diese Kriterien erfüllen 10-20 % der Patienten mit diesen hochgradigen Stenosen. Interventionelle Therapieverfahren einschließlich der Stentimplantation sind daher eine Therapieoption bei nur wenig mehr als 1 % aller Schlaganfallpatienten - 99 % bedürfen einer optimierten konservativen Einstellung der Risikofaktoren und gefäßprotektiver Maßnahmen.
 
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