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Grander W, Dünser M  
Mechanische Beatmung beim infarktbedingten kardiogenen Schock

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2011; 18 (7-8): 259-263

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Keywords: akute Herzinsuffizienzakuter HerzinfarktBeatmungkardiogener Schock

Die akute kardiale Dekompensation, insbesondere der kardiogene Schock, sind mit einer schlechten Prognose assoziiert. Dies gilt vor allem, wenn eine schwere respiratorische Insuffizienz mit der Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung auftritt oder ein infarktbedingter kardiogener Schock durch eine frühe Revaskularisation nicht rasch überwunden werden kann. Ein erheblicher Anteil jener Patienten, die im Rahmen einer akuten kardialen Dekompensation beatmungspflichtig werden, befindet sich bereits im kardiogenen Schock. Die Ursachen einer respiratorischen Dekompensation bei akuter Herzinsuffizienz sind vielschichtig und reichen vom kardiogenen Lungenödem infolge pulmonalvenöser Stauung und alveolärer Transsudation über die Erschöpfung der Atemmuskulatur bis hin zum Akuten Atemnotsyndrom infolge einer überschießenden systemischen Entzündungsreaktion. Die Ergebnisse mehrerer klinischer Studien weisen auf einen Überlebensvorteil einer nicht-invasiven Beatmung mit kontinuierlichen oder intermittierend positiven Drücken verglichen mit einer konventionellen Sauerstofftherapie beim kardialen Lungenödem hin. Bei Patienten mit infarktbedingtem kardiogenen Schock und respiratorischer Dekompensation ist aber aus klinischer Erfahrung eine endotracheale Intubation und invasive Beatmung häufig unumgänglich und sollte rasch eingeleitet werden, die dringend notwendige Revaskularisation aber möglichst nicht verzögern. Für keine der kardial bedingten respiratorischen Dekompensationen gibt es Studien, die die Überlegenheit eines bestimmten Beatmungsmodus ausreichend beweisen würden. Somit kommen allgemeine Kenntnisse der mechanischen Beatmung und deren Auswirkung auf den Kreislauf zur Anwendung. Eine positive Druckbeatmung, ob intermittierend, assistiert oder kontrolliert appliziert, führt zu komplexen Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems. So kann die mechanische Beatmung bei Patienten mit akuter linksventrikulärer Dekompensation das Herzzeitvolumen durch eine Nachlastsenkung steigern. Liegt der kardialen Dekompensation oder dem kardiogenen Schock allerdings ein Rechtsherzversagen zugrunde, hat eine beatmungsinduzierte intrathorakale Druckerhöhung negative Auswirkungen auf die Rechtsherzfunktion und kardialen Auswurf. Eine Ausnahme hierbei wäre, wenn durch die PEEP-Applikation die pulmonale Compliance und/oder der pulmonalvaskuläre Widerstand optimiert wird.
 
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