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Geppert A  
Intraaortale Ballonpumpe (IABP) und Assist-Devices bei infarktbedingtem kardiogenen Schock: Leitlinienposition

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2011; 18 (7-8): 264-269

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Keywords: ECMOkardiogener SchockMyokardinfarkt

Patienten im infarktbedingten kardiogenen Schock lassen sich trotz rascher Revaskularisation oftmals nur um den Preis hoher Katecholamindosen hämodynamisch stabilisieren. Da hohe Katecholamindosen die Entwicklung eines Multiorgandysfunktionssyndroms (MODS) begünstigen können, sind alternative Kreislaufunterstützungssysteme von Interesse. Aufgrund mangelnder prospektiver Studien zum Einsatz der intraaortalen Ballonpumpe (IABP) und der Ergebnisse einer rezenten Meta-Analyse wird in den deutsch-österreichischen Leitlinien zur Behandlung des infarktbedingten kardiogenen Schocks im Gegensatz zu den harten, aber nicht nachvollziehbaren, nicht evidenzbasierten Empfehlungen der ESC und AHA, der Einsatz der IABP im kardiogenen Schock einerseits getrennt für mittels Fibrinolyse und mittels primärer PCI behandelter Patienten betrachtet und andererseits dem Einsatz der IABP insbesondere bei Primär-PCI kein sehr hoher Empfehlungsgrad eingeräumt („kann“-Empfehlung, Evidenzgrad 3/4). Davon unberührt bleibt aber die Empfehlung zum Einsatz der IABP zur Stabilisierung von Patienten mit mechanischen Infarktkomplikationen („soll“-Empfehlung, Evidenzgrad 3/4). Diese Empfehlungen beziehen sich vorwiegend auf den Einsatz der IABP zur Reduktion der Mortalität im kardiogenen Schock. Da die IABP aber sehr wohl hämodynamische Effekte hat (Herzzeitvolumen- [HZV-] Steigerung, Steigerung des mittleren arteriellen Blutdrucks, MAP), sind weitere randomisierte Studien, die es erlauben, Empfehlungen mit höherem Evidenzgrad abzugeben, abzuwarten. Hinsichtlich derzeit gebräuchlichen Assist-Devices ist die Empfehlung der Leitlinien klar: Es gibt derzeit keine harte Evidenz für ihren Einsatz; dieser sollte randomisiert- prospektiven Studien vorbehalten bleiben.
 
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