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Grasser B et al.  
Neue Entwicklungen und zukünftige Trends im nichtinvasiven Abstoßungsmonitoring nach Herztransplantation - Computerized Heart Allograft Recipient Monitoring (CHARM)

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2002; 9 (1-2): 33-37

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Keywords: Abstoßungallograft recipient monitoringCHARMcomputerized heartHerztransplantationKardiologie

Computerized Heart Allograft Recipient Monitoring (CHARM) basiert auf der Analyse von intramyokardialen Elektrogrammen bei Patienten nach Herztransplantation. Mit Hilfe eines telemetriefähigen Herzschrittmachers können nichtinvasiv beliebig oft Sequenzen aufgezeichnet und analysiert werden. Die hohe Korrelation dieser Signale mit den klinischen Ergebnissen konnte bereits in einer monozentrischen Studie sehr gut dargestellt werden. Die Frage, ob dieses System auch bei unterschiedlichen therapeutischen Regimen anwendbar ist, sollte eine geblindete multizentrische Studie beantworten. An vier europäischen Zentren wurden hiefür während der Herztransplantation telemetriefähige Herzschrittmacher mit zwei epimyokardialen Schraubelektroden implantiert. Einminütige, schrittmacherstimulierte Signalsequenzen wurden in regelmäßigen Abständen postoperativ aufgezeichnet und über das Internet der automatischen Datenverarbeitung an einer zentralen Workstation zugeführt. Die für die Abstoßungsdiagnostik relevante Information befindet sich in der maximalen Steilheit des absteigenden Schenkels der T-Welle (VER-T-slew). Der geblindete Beobachtungszeitraum erstreckte sich über 6 Monate nach der Herztransplantation. Es wurde prospektiv ein "Single threshold diagnosis model" konzipiert, um die Fähigkeit von VER-T-slew zu verifizieren und Abstoßungen größer/gleich Grad 2 (Endomyokardbiopsien nach ISHLT-Klassifikation) zu erkennen. Die Endomyokardbiopsien (EMB) aller teilnehmenden Zentren wurden von einem Referenzpathologen geblindet nachbefundet. Bei 44 Patienten kamen 839 Untersuchungen und 366 EMBs zur Aufzeichnung. 37 Patienten waren am Ende des Beobachtungszeitraumes am Leben. Das Alter zum Zeitpunkt der Transplantation, die Verteilung der EMB-Grade und die Abstoßungsprävalenz unterschieden sich signifikant zwischen den Zentren. Die histologische Nachbefundung der EMB-Ergebnisse zeigte bemerkenswerte Unterschiede in der Klassifikation. Der Vergleich der mittleren VER-T-slew bei Patienten (n = 15), die sowohl Aufzeichnungen signifikanter Abstoßungen als auch abstoßungsfreie Episoden hatten, zeigte signifikant niedrigere VER-T-slew-Werte unter dem Einfluß der Abstoßungsepisode (97 ± 13 % versus 79 ± 15 %, p < 0,0001). 20 der 25 Fälle mit signifikanten Abstoßungen wurden von VER-T-slew mit einer Schwelle unter 98 % richtig identifiziert (SENS 80 %, SPEC = 50 %, NPV = 97 %, PPV = 11 %, p < 0,00005). Unter Einsatz des "Single threshold diagnosis model" hätten 48 % der EMBs ohne Nachteil für die Patienten eingespart werden können. In dieser prospektiven, geblindeten multizentrischen Studie konnte ein hoher NPV für die Erkennung von Fällen mit signifikanten Abstoßungen erzielt werden. Diese Methode ermöglicht eine sichere Reduktion der Zahl der EMBs und stellt somit eine nichtinvasive, kostengünstige und zukunftsweisende Variante zur sicheren Abstoßungsdiagnostik bei Patienten nach Herztransplantation dar.
 
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