Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
Praxisrelevanz
Leibetseder A et al.
Klassifikation und Behandlungsmöglichkeiten von Gliomen - Was gibt es Neues? // Classification and Treatment Recommendations of Gliomas

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2017; 18 (3): 84-93

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Die WHO-Klassifikation der Hirntumore von 2016 hat durch die Berücksichtigung von diagnostischen, prognostischen und prädiktiven Biomarkern nicht nur zu einem besseren Verständnis der Biologie von Gliomen geführt, sondern beeinflusst maßgeblich die individuellen Therapieempfehlungen von Gliom-Patienten und das Design bzw. die Auswertung von klinischen Studien. Die wichtigsten molekularen Biomarker sind der Nachweis einer IDH-Mutation und 1p19q-Ko-Deletion bei Gliomen WHO-Grad II–IV. Bei Patienten mit einem Glioblastom WHO-Grad IV sind der klinische Zustand (Karnofsky-Index), das Alter (< 65 Jahre vs. 65 bis 70 Jahre vs. > 70 Jahre unter Berücksichtigung eines guten/schlechten biologischen Alters) und der MGMT-Promotor-Methylierungsstatus zur Stratifizierung der Behandlung wichtig.
Patienten mit einem Gliom sollten in einem neuroonkologischen Zentrum betreut werden, wo neben der neurochirurgischen, neurologischen, hämatoonkologischen und strahlentherapeutischen Expertise auch eine optimale neuropathologische (molekulare) Diagnostik, multimodale MRT/PET-Bildgebung und psychoonkologische Betreuung angeboten werden kann.
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