Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
Summary
Lindenmann J
Thoraxchirurgische Standardeingriffe zur Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms

Interdisziplinäre Onkologie 2013; 5 (1): 13-21

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Abb. 1: Lymphadenektomie Abb. 2: Lymphadenektomie Abb. 3: Lymphadenektomie Abb. 4: Lymphadenektomie

Keywords: anatomische SegmentresektionChirurgieKeilresektionLobektomiemediastinale LymphadenektomiePneumonektomie

Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) Stadium I und II stellt primär die chirurgische Resektion die Therapie der Wahl dar. Stadium IIIA wird erst nach Ansprechen auf die neoadjuvante Chemotherapie reseziert, während Stadium IIIB einer definitiven Radiochemotherapie zugeführt wird und somit keine Operationsindikation per se darstellt. Stadium IV stellt generell keine Indikation zur Resektion dar. Beschränkt sich das Karzinom auf einen Lungenlappen, so ist die Lobektomie als Resektionsform indiziert. Meist bisher über eine anterolaterale Thorakotomie durchgeführt, hat sich nun die VATS-Lobektomie, zumindest im Stadium I NSCLC, als zunehmender thoraxchirurgischer Standardeingriff in den spezialisierten Zentren etabliert. Bei (älteren) Patienten im Stadium NCSLC IA und mit einer für eine Lobektomie unzureichenden kardiopulmonalen Reserve ist die anatomische Segmentresektion mit Lymphknoten-Sampling die chirurgische Therapie der Wahl. Die Segmentektomie bei Patienten mit sehr guter kardiopulmonaler Reserve im Stadium IA NSCLC scheint zwar der herkömmlichen Lobektomie ebenbürtige Ergebnisse hinsichtlich Überleben, Morbidität und Mortalität zu erbringen, deren Stellenwert wird aber noch teils kontrovers diskutiert. Die Keilresektion wird in der chirurgischen Therapie des NSCLC-Stadiums IA aufgrund der erhöhten Lokalrezidivrate sowie des tendenziell reduzierten Überlebens nicht empfohlen. Durch den Einsatz modifizierter broncho- sowie angioplastischer Resektionstechniken hat sich die Rate der Pneumonektomien in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Der Versorgung des Bronchusstumpfes kommt hierbei nach wie vor zentrale Bedeutung zu. Die Deckung des Bronchusstumpfes wird vor allem bei Risikopatienten empfohlen, jedoch gibt es bezüglich der dafür geeigneten autologen Materialien keinen einheitlichen Konsens. Um im Falle des operablen NSCLC eine vollständige Resektion erreichen zu können, wird generell eine komplette mediastinale Lymphadenektomie empfohlen.
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