Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
Summary
Sommergruber M
Endometriome: Aspiration versus Operation // Endometrioma: Aspiration versus Surgery

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2016; 10 (4) (Ausgabe für Österreich): 5-9
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2016; 10 (4) (Ausgabe für Schweiz): 12-16

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz   


Keywords: ARTAspirationEndometriomeOperationAspirationendometriomasurgery

Endometriosis is often associated with sterility. In 20–50 % of women with endometriosis the ovaries are affected. Ovarian endometrioma often present with inhomogeneous ultrasound patterns. The differentiation to other ovarian tumors could be difficult. In case of primary diagnosis, histological findings are indicated, all the more as ovarian endometriosis has an increased risk for malignant transformation. Therapeutic surgical intervention should be done in sano.
Nevertheless, to affect a compromise in case of infertility, especially in patients with reduced ovarian reserve, laparoscopic aspiration or laser coagulation after fenestration could be a second option with the occurrence of small recurrent endometriomas. A histological diagnosis should be done, too. The surgical procedure should be discussed with the department of reproductive medicine.
The effect of endometriomas on the reproductive outcome is not clear. Systematic reviews have shown that regarding pregnancy rates, endometriomas do not have to be necessarily removed. Primary ultrasound-guided transvaginal aspiration of endometriomas should be avoided to decrease the risk of infection. If the same is the truth in case of accidental aspiration during the oocyte retrieval, remains unproven. Contaminated follicular fluid by endometrioma content may have an influence on clinical pregnancy and live birth rate.

Kurzfassung: Endometriose und Sterilität sind häufig assoziiert. Bei 20–50 % aller Frauen mit Endometriose sind die Ovarien befallen. Ovarielle Endometriome weisen häufig ein typisches echoinhomogenes Schallmuster auf, sind aber nicht immer eindeutig gegenüber anderen Ovarialtumoren abgrenzbar. Eine histologische Abklärung ist daher bei Erstdiagnose indiziert, umso mehr als ein erhöhtes Entartungsrisiko bei ovarieller Endometriose nachgewiesen wurde. Therapeutisch sollte die Resektion in sano erfolgen.
Gleichwohl sind dabei wegen des oft gebotenen Erhalts der Fertilität, vor allem bei reduzierter ovarieller Reserve, Kompromisse einzugehen. Als diesbezügliche Alternative kann also die laparoskopische Aspiration oder auch Laservaporisation nach Zystenfensterung unter gleichzeitiger histologischer Diagnosesicherung bei kleinen Rezidivendometriomen überlegt werden. Bei Kinderwunsch sollte bei dieser Entscheidung der Reproduktionsmediziner eingebunden sein.
Der Effekt von ovariellen Endometriomen auf das IVF-Ergebnis ist unklar. In systematischen Übersichtsarbeiten wurde gezeigt, dass Endometriome vor IVF bzgl. des Erfolges (d. h. Schwangerschaftsraten) nicht operativ behandelt werden müssen. Eine primäre vaginalsonographisch gezielte Punktion von Endometriomen ist auch bezüglich des – wenn auch gering existenten – Infektionsrisikos zu vermeiden. Ob dies auch für die akzidentelle Punktion im Rahmen der Eizellentnahme mit oder ohne antibiotische Abschirmung gilt, bleibt offen. Weiters kann die zufällige, unbeabsichtigte Punktion von Endometriomen und die damit einhergehende Kontamination der Follikelflüssigkeit mit deren Inhalt im Rahmen der vaginalsonographisch gezielten Follikelpunktion möglicherweise das IVF/ICSI-Outcome hinsichtlich der klinischen Schwangerschaftsrate und der LBR beeinflussen.

copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg