Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
Summary
Springer-Kremser M, Naderer A
Sexualität und chronische Krankheit

Journal für Fertilität und Reproduktion 2007; 17 (4) (Ausgabe für Österreich): 7-12

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Keywords: COPDDiabetes mellitusPsychosexuelle EntwicklungRheumatoide ArthritisSexualität

Nach einer Definition von Sexualität, welche auch die genetischen und somatischen Merkmale enthält, wird ein für das Thema zwingend erforderlicher Exkurs zur psychosexuellen Entwicklung eingeschoben. In diesem wird die Bedeutung einer befriedigenden Symbiose zwischen Kleinkind und Mutter am Beginn des Lebens für den späteren Umgang mit dem eigenen Körper und wichtigen "anderen" aufgezeigt. Weiters wird das Einüben eines flexiblen Umganges mit Nähe und Intimität in der Kindheit als ein Merkmal für die Qualität der Beziehungen zu wichtigen anderen, gerade in Krisensituationen wie bei chronischer Krankheit, betont. Interessante miteinander interagierende Fragestellungen im Zusammenhang mit nach der Adoleszenz auftretenden chronischen Erkrankungen und dem Umgang mit Sexualität werden angeführt. Diese Fragen werden anhand von 3 Krankheitsbildern, über die es in der Literatur Daten gibt, ausgeführt: Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis und schließlich Beeinträchtigungen der Atemfunktion. Diabetes mellitus betreffend steht eine Metaanalyse sexueller Funktionsstörungen bei fast ausschließlich weiblichen Patientinnen zur Verfügung. Die Beeinträchtigung der Sexualität durch rheumatoide Arthritis wurde bei weiblichen und männlichen Patienten untersucht und die Forderung nach Untersuchungen gestellt, welche die Konsequenzen der krankheitsgefärbten Interaktion der Partner einschließen, denn Sexualität kann auch als eine – eher nonverbale – Kommunikationsform in einer Beziehung verstanden werden. Abschließend wird auf die methodischen Probleme bei der Erhebung von Daten zu Sexualität und Sexualverhalten eingegangen.
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