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Pharma-News

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2018; 15 (4): 207-208

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Menotropin im Wandel der Zeit

hCG macht den Unterschied in der kontrollierten ovariellen Hyperstimulation

Menotropin oder auch humanes menopausales Gonadotropin (hMG) steht seit Jahrzehnten für die kontrollierte ovarielle Hyperstimulation zur Verfügung. Die einzigartige Zusammensetzung (FSH, LH + LH-Aktivität durch hCG) differenziert es deutlich von anderen verfügbaren Kombinationsprodukten. Neben der im Vergleich zu rekombinantem FSH (rFSH) signifikant höheren Anzahl an Embryonen der Top-Qualität [1] ist das aus dem hMG stammende hCG biologisch aktiver als LH [2–4].

Gleichzeitig fördert das hMG die synchrone Ausreifung von Follikeln einerseits und den Aufbau des Endometriums andererseits und bereitet so gezielt auf die Implantation vor. Es wurde gezeigt, dass hMG im Vergleich zu rFSH die Progesteronspiegel am Tag der Ovulationsinduktion und Punktion signifikant reduziert. Präovulatorische Progesteronspiegel unter 4 nmol/l sind mit einer höheren Implantationsrate assoziiert [5–7].

Ein wesentliches Merkmal, welches hMG von anderen Fixkombinationen unterscheidet, ist die breite Zulassungssituation. HP-hMG ist mit der Indikation der kontrollierten ovariellen Hyperstimulation für nahezu jede Patientin in der ART-Behandlung zugelassen [8]. Hingegen ist die Kombination von FSH:LH (2:1) nur bei hypogonadotropem Hypogonadismus, d. h. bei schwerem LH- und FSH-Mangel, zugelassen [9]. Diese sehr seltene Erkrankung betrifft einen von 4000–10.000 Menschen, bei Frauen ist die Inzidenz geschätzt um das 2- bis 5-Fache geringer [10, 11].

hMG ist weltweit immer noch eine der bevorzugten Stimulationstherapien. Berechnungen des MENOGON HP-Herstellers mit internen Absatzdaten haben ergeben, dass im Durchschnitt jede 3. Minute ein Baby zur Welt kommt, dessen Mutter mit HP-hMG stimuliert worden ist.

Den Unterschied zu anderen Gonadotropinen macht das hCG. Eine Übersicht zum Potential und der Bedeutung des Peptidhormons wird demnächst ein anerkannter Reproduktionsmediziner, Dr. Peter Platteau, im Rahmen regionaler Veranstaltungen geben. Weitere Informationen erhalten Sie über Ihren Ferring Ansprechpartner.

Literatur:

1. Ziebe S, et al. Influence of ovarian stimulation with HP-hMG or recombinant FSH on embryo quality parameters in patients undergoing IVF. Hum Reprod 2007; 22: 2404–13.

2. Stokman PG, et al. Human chorionic gonadotropin in commercial human menopausal gonadotropin preparations. Fertil Steril 1993; 60: 175–8.

3. Filicori M, et al. The use of LH activity to drive folliculogenesis: exploring uncharted territories in ovulation induction. Hum Reprod Update 2002; 8: 543–57.

4. Choi J, et al. Luteinizing hormone and human chorionic gonadotropin: origins of difference. Mol Cell Endocrinol 2014; 383: 203–13.

5. Platteau P, et al. Hum Reprod 2006; 21 (Suppl 1): i142 (Abstract P-370).

6. Smitz J, et al. Endocrine profile in serum and follicular fluid differs after ovarian stimulation with HP-hMG or recombinant FSH in IVF patients. Hum Reprod 2007; 22: 676–87.

7. Andersen AN, et al. Clinical outcome following stimulation with highly purified hMG or recombinant FSH in patients undergoing IVF: a randomized assessor-blind controlled trial. Hum Reprod 2006; 21: 3217–27.

8. Fachinformation MENOGON HP, Stand: Juni 2015.

9. Fachinformation Pergoveris®, Stand: Mai 2017.

10. Silveira LFG, Latronico AC. Approach to the pa­tient with hypogonadotropic hypogonadism. J Clin Endocrinol Metab 2013; 98: 1781–8.

11. Dzemaili S, et al. Beyond hormone replacement: quality of life in women with congenital hypogonadotropic hypogonadism. Endocr Connect 2017; 6: 404–12.

Weitere Informationen und ­verantwortlich für den Inhalt:

FERRING Arzneimittel GmbH

Fabrikstraße 7

D-24103 Kiel

Tel.: 0049/431/5852-0

Assistierte Reproduktionstherapie (ART): Progesteron erstmals als Weichkapseln zur vaginalen Anwendung

Mit Utrogest® Luteal 200 mg wurde erstmals ein vaginales Progesteron-Präparat in Form von Weichkapseln explizit zur Unterstützung der Lutealphase bei ­assistierter Reproduktionstherapie (ART) zugelassen. Anders als bei der oralen Progesteron-Anwendung bleibt eine Metabolisierung über die Leber aus – der uterine First-Pass-Effekt führt zu einer direkten Anreicherung des Wirkstoffes im Zielgewebe.

Vaginales Progesteron zur Erreichung optimaler Progesteronspiel ist weltweit akzeptiert und wird im Rahmen der ART am häufigsten verordnet [1].

Weniger Nebenwirkungen, bessere Akzeptanz

Wie eine randomisiert-kontrollierte Studie mit insgesamt 262 Frauen zeigte, resultieren durch die vaginale Anwendung von 600 mg/d Progesteron pro Embryonentransfer deutlich mehr erfolgreiche Schwangerschaften als durch den Einsatz von 50 mg/d intramuskulär (30,5 % vs. 19,1 %) [2]. Experten sehen den Grund hierfür im uterinen First-Pass-Effekt. Dieser führt zu einer lokal höheren Anreicherung und damit zu einer stärkeren Wirkung des Progesterons im Uterus als bei intramuskulärer Injektion (IM) (Abb. 1) [3].

Durch Umgehung der Leberpassage werden systemische Wirkungen und Nebenwirkungen reduziert [4] – und damit auch Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen oder intrahepatische Schwangerschafts-Cholestasen [5]. Zudem wird die vaginale Anwendung von Utrogest® Luteal 200 mg von den Patientinnen meist besser akzeptiert als die tägliche intramuskuläre oder subkutane Injektion von Progesteron [6].

Vaginales Progesteron versus orales Dydrogesteron

Progesteron unterstützt die adäquate Reifung des Endometriums und schafft damit die unabdingbare Grundlage für die erfolgreiche Implantation und die ungehinderte Entwicklung des Embryos im Mutterleib. Auch synthetische Gestagene wie Dydrogesteron können zur Lutealphasenunterstützung oral verabreicht werden. Eine aktuelle Studie zeigte, dass orales Dydrogesteron (2 × 10 mg/d) dem Behandlungsstandard mit vaginalem Progesteron (3 × 200 mg/d) nicht unterlegen ist [7]. Jedoch berichteten Patientinnen über mehr Nebenwirkungen wie Übelkeit und Bauchschmerzen unter Dydrogesteron im Vergleich zu vaginalem Progesteron [8]. Auch ist bekannt, dass durch die Umgehung des hepatischen First-Pass-Effektes vaginales Progesteron eine deutlich geringere relative Variabilität der pharmakokinetischen Parameter aufweist als orales Progesteron [9].

Weichkapseln und Gel gleichwertig und sicher einzustufen

In einer multizentrischen, randomisierten Studie mit Daten aus 17 deutschen IVF-Zentren von über 430 Frauen wurde auch die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Utrogest® Luteal 200 mg (3 × 200 mg/d) mit einem vaginalen Progesteron-Gel (8 %; 2×/d) verglichen. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass beide Darreichungsformen zur hormonellen Lutealphasenunterstützung als gleichwertig und sicher einzustufen sind [10]. Auch eine Meta-Analyse aus 7 randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 2447 Patientinnen bescheinigt der Anwendung (3 × 200 mg/d) hohe Implantations-, Schwangerschafts- und Geburtsraten sowie vergleichsweise niedrigen Abortraten [11].

Anreicherung im Sättigungsbereich anstreben

Utrogest® Luteal 200 mg Weichkapseln bestehen aus Gelatine, die eine Suspension von Progesteron in Sonnenblumenöl enthalten. Die Kapseln werden möglichst tief in die Vagina eingeführt, wo sie bei Körpertemperatur schmelzen und das suspendierte Progesteron freigeben. Empfohlen wird eine Dosierung von 400 mg bis 600 mg pro Tag, aufgeteilt in 2–3 Dosen. Als optimale Dosierung für die anzustrebende Progesteronadsorption im Sättigungsbereich hat sich die Anwendung von 3 × 200 mg/d Progesteron bewährt [7, 12]. Für den individuellen therapeutischen Bedarf stehen zwei Packungsgrößen mit 45 oder 90 Kapseln zur Verfügung.

Literatur:

1. Vaisbuch E, et al. Luteal-phase support in assisted reproduction treatment: real-life practices reported world­wide by an updated website-based survey. Reprod Biomed Online 2014; 28: 330–5.

2. Smitz JI, et al. A prospective randomized comparison of intramuscular or intravaginal natural progesterone as a luteal phase and early pregnancy supplement. Hum Reprod 1992; 7: 168–75.

3. Miles RA, et al. Pharmacokinetics and endometrial tissue levels of progesterone after administration by intramuscular and vaginal routes: a comparative study. Fertil Steril 1994; 62: 485–90.

4. Kleinstein J, et al. Lutealphase nach ovarieller Stimulation und Lutealphasensubstitution. Gynäkologische Endokrinologie 2008; 6: 160.

5. Lucovnik M, et al. Progestin treatment for the prevention of preterm birth. Acta Obstet Gynecol Scand 2011; 90: 1057–69.

6. Yanushpolsky EH. Luteal phase support in in ­vitro fertilization. Semin Reprod Med 2015; 33: 118–27.

7. Tournaye H, et al. A Phase III randomized controlled trial comparing the efficacy, safety and tolerability of oral dydrogesterone versus micronized vaginal progesterone for luteal support in in vitro fertilization. Human Reprod 2017: 1–9.

8. Barbosa MWP, et al. Oral dydrogesterone vs. vaginal progesterone capsules for luteal-phase support in women undergoing embryo transfer: a systematic review and meta-analysis. JBRA Assist Reprod 2018; 22: 148–56.

9. Levine H, et al. Comparison of the pharmacokinetics of crinone 8% administered vaginally versus Prometrium administered orally in postmenopausal women(3). Fertil Steril 2000; 73: 516–21.

10. Kleinstein J, et al. Efficacy and tolerability of vaginal progesterone capsules (Utrogest® 200) compared with progesterone gel (Crinone 8%) for luteal phase support during assisted reproduction. Fertil Steril 2005; 83: 1641–9.

11. Polyzos P, et al. Vaginal progesterone gel for luteal phase support in IVF/ICSI cycles: a meta-analysis. Fertil Steril 2010; 94: 2083-7.

12. Fachinformation Utrogest® Luteal 200 mg, Stand: Januar 2018

Weitere Informationen und ­verantwortlich für den Inhalt:

DR. KADE / BESINS Pharma GmbH

D-12277 Berlin

E-Mail: info@kade-besins.de

Web: www.kade-besins.de


 
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