Antihypertensiva & Krebs // Antihypertensive therapy & cancer
Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2019; 23 (1): 8-17
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz
Alle derzeit verfügbaren Studien zeigen keinen überzeugenden Hinweis auf eine Erhöhung des Risikos für Malignome, wenn Antihypertensiva eingenommen werden. Thiaziddiuretika könnten hier eine Ausnahme darstellen, da eine leicht erhöhte Inzidenz für Nierenzellkarzinome und dermatologische Tumore berichtet wird. Die Interpretation der Daten wird durch die Tatsache, dass eine Hypertonie per se mit einer erhöhten Tumorinzidenz assoziiert ist, zusätzlich erschwert. Selbst wenn eine tatsächliche Beziehung zwischen einer antihypertensiven Therapie und einer (gering) erhöhten Malignominzidenz besteht, muss dies immer in Relation zur deutlichen Reduktion der Morbidität und Mortalität einer gut behandelten Hypertonie gesehen werden.
Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2019; 23 (1): 8-17
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Alle derzeit verfügbaren Studien zeigen keinen überzeugenden Hinweis auf eine Erhöhung des Risikos für Malignome, wenn Antihypertensiva eingenommen werden. Thiaziddiuretika könnten hier eine Ausnahme darstellen, da eine leicht erhöhte Inzidenz für Nierenzellkarzinome und dermatologische Tumore berichtet wird. Die Interpretation der Daten wird durch die Tatsache, dass eine Hypertonie per se mit einer erhöhten Tumorinzidenz assoziiert ist, zusätzlich erschwert. Selbst wenn eine tatsächliche Beziehung zwischen einer antihypertensiven Therapie und einer (gering) erhöhten Malignominzidenz besteht, muss dies immer in Relation zur deutlichen Reduktion der Morbidität und Mortalität einer gut behandelten Hypertonie gesehen werden.
Für unsere Patientinnen und Patienten, die ein Thiazid-Diuretikum einnehmen, empfehlen wir folgendes Vorgehen:
- Primär kein Absetzen oder Umstellen des Thiazid-Diuretikums.
- Bei großer Angst vor Hautkrebs Umstellung auf Indapamid oder Chlorthalidon.
- Die Patienten sollten auf eine regelmäßige Selbstkontrolle der Haut hingewiesen werden.
- Ärztliche Kontrolle der Haut mindestens alle 2 Jahre.
- Übermäßige UV-Exposition meiden und die allgemeinen Empfehlungen zum Schutz vor Hautkrebs beachten.
