Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
Summary
Breyer-Kohansal R
Chronische Lungenerkrankungen im Vormarsch - was die Epidemiologie uns lehrt

Journal für Pneumologie 2013; 1 (1): 5-8

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Abb. 1: LEAD-Studie

Keywords: AsthmaAustrian LEAD StudyCOPDNCDs

Die sogenannten noncommunicable diseases (NCDs) sind weltweit die Krankheiten des 21. Jahrhunderts und kennzeichnen sich durch eine hohe PrĂ€valenz und eine hohe MortalitĂ€t aus. Daher hat die WHO bereits als Konsequenz die „BekĂ€mpfung“ dieser NCDs als PrioritĂ€t ausgerufen. NCDs werden vor allem verursacht durch komplexe Genetik-Umwelt-Interaktionen, beginnend bereits vor der Geburt. Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD, Asthma) sind, wie auch kardiovaskulĂ€re Erkrankungen (KHK, Insult, PAVK), metabolische Krankheiten (Diabetes, metabolisches Syndrom), Osteoporose und neuropsychiatrische Erkrankungen (Angst, Depression), die wichtigsten NCDs. Das VerstĂ€ndnis um die natĂŒrliche Entwicklung der Lunge von der Jugend bis ins hohe Alter bei MĂ€nnern und bei Frauen und die Interaktion mit der Umwelt (Lebensstil wie Zigarettenkonsum, ErnĂ€hrung, tĂ€gliche körperliche AktivitĂ€t und Sport, sozioökonomischer Status [definiert durch Ausbildung, Einkommen und Beruf]) und Umweltbelastung ist der essentiellste Grundpfeiler zur Interpretation von möglichen therapeutischen Interventionen. In welchem Ausmaß genetische PrĂ€disposition und die o.g. Einflussfaktoren das Risiko und den Verlauf der Lungenfunktion im direkten Vergleich in Gesundheit und Krankheit beeinflussen, kann nur durch prospektiv angelegte, longitudinale Studienkohorten in der Allgemeinbevölkerung geklĂ€rt werden. Aus diesem Grund hat das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr COPD und pneumologische Epidemiologie 2012 die Austrian LEAD (Lung, HEart, SociAl, BoDy) Study initiiert. Ziele der Austrian LEAD Study sind: (a) den natĂŒrlichen Verlauf der Lungenfunktion in AbhĂ€ngigkeit vom Alter in einer reprĂ€sentativen österreichischen Population zu untersuchen, (b) die PrĂ€valenz von Asthma und COPD und die Entstehung/Progredienz der wichtigsten pulmonalen Symptome (Husten, Auswurf und Atemnot) zu evaluieren, (c) die PrĂ€valenz der wichtigsten KomorbiditĂ€ten der COPD (z. B. kardiovaskulĂ€r, metabolisch und kognitiv) zu erfassen und (d) den Einfluss sozioökonomischer Faktoren, eventuell bestehender KomorbiditĂ€ten und der Exposition gegenĂŒber inhalativer Schadstoffe auf den natĂŒrlichen Abfall der Lungenfunktion ĂŒber die Zeit zu analysieren.
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