Klinische Anwendungen der Einzelfaser-Elektromyographie
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2002; 3 (3): 12-20
Volltext (PDF) Summary Abbildungen
Keywords: Myopathie, Nadel-Elektromyographie, Neurologie, Neuromuskuläre Erkrankung, neuromuskuläre Überleitung, Neuropathie
Die Einzelfaser-Elektromyographie ist eine selektive Technik zur Erfassung der elektrischen Aktivität terminaler Aufzweigungen eines Axons, der motorischen Endplatte, einzelner oder weniger Muskelfasern und der Architektur einer motorischen Einheit. Sie ergänzt dabei die konventionelle Elektromyographie. Die Ableitung erfolgt mittels Einzelfaserelektroden, die selektiv die elektrische Aktivität einer einzelnen oder einiger weniger Muskelfaser(n) erfaßt. Die Aktivierung der Muskelaktivität erfolgt entweder durch Willkürinnervation oder durch elektrische Stimulation. Die wichtigsten Parameter der Einzelfaser-Elektromyographie sind die Faserdichte und der Jitter. Beide Parameter sind vom Alter und vom Muskel abhängig. Der Jitter nimmt darüber hinaus mit fallender Temperatur zu. Der Jitter gilt als sensitivster elektrodiagnostischer Parameter für die Erfassung neuromuskulärer Überleitungsstörungen. Er ist verbreitert bei Myasthenie, myasthenem Syndrom, Botulismus, Intoxikation mit Curare und Alkylphosphaten, Ischämie, Ermüdung und früher Reinnervation. Verbreiterter Jitter und normale Faserdichte finden sich bei neuromuskulären Überleitungsstörungen, verbreiterter Jitter und erhöhte Faserdichte bei früher Reinnervation, erhöhte Faserdichte und normaler Jitter bei abgeschlossener Reinnervation und anderen Myopathien. Trotzdem die Einzelfaser-Elektromyographie zeitaufwendiger ist als die konventionelle Elektromyographie und mehr Erfahrung erfordert, sollte wegen der hohen Sensitivität ihr Einsatz gefördert und in allen elektrodiagnostischen Laboratorien verfügbar sein.
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2002; 3 (3): 12-20
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Keywords: Myopathie, Nadel-Elektromyographie, Neurologie, Neuromuskuläre Erkrankung, neuromuskuläre Überleitung, Neuropathie
Die Einzelfaser-Elektromyographie ist eine selektive Technik zur Erfassung der elektrischen Aktivität terminaler Aufzweigungen eines Axons, der motorischen Endplatte, einzelner oder weniger Muskelfasern und der Architektur einer motorischen Einheit. Sie ergänzt dabei die konventionelle Elektromyographie. Die Ableitung erfolgt mittels Einzelfaserelektroden, die selektiv die elektrische Aktivität einer einzelnen oder einiger weniger Muskelfaser(n) erfaßt. Die Aktivierung der Muskelaktivität erfolgt entweder durch Willkürinnervation oder durch elektrische Stimulation. Die wichtigsten Parameter der Einzelfaser-Elektromyographie sind die Faserdichte und der Jitter. Beide Parameter sind vom Alter und vom Muskel abhängig. Der Jitter nimmt darüber hinaus mit fallender Temperatur zu. Der Jitter gilt als sensitivster elektrodiagnostischer Parameter für die Erfassung neuromuskulärer Überleitungsstörungen. Er ist verbreitert bei Myasthenie, myasthenem Syndrom, Botulismus, Intoxikation mit Curare und Alkylphosphaten, Ischämie, Ermüdung und früher Reinnervation. Verbreiterter Jitter und normale Faserdichte finden sich bei neuromuskulären Überleitungsstörungen, verbreiterter Jitter und erhöhte Faserdichte bei früher Reinnervation, erhöhte Faserdichte und normaler Jitter bei abgeschlossener Reinnervation und anderen Myopathien. Trotzdem die Einzelfaser-Elektromyographie zeitaufwendiger ist als die konventionelle Elektromyographie und mehr Erfahrung erfordert, sollte wegen der hohen Sensitivität ihr Einsatz gefördert und in allen elektrodiagnostischen Laboratorien verfügbar sein.
