Psychiatrische Versorgung gehörloser Patienten
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2015; 16 (4): 159-163
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz
Keywords: Gebärdensprache, Gehörlosigkeit, psychiatrische Störung, psychiatrische Versorgung, psychosoziale Gesundheit
Ca. ein Promille der Bevölkerung ist von einer bilateralen, mindestens moderaten Hörbeeinträchtigung vor Spracherwerb betroffen. Hörbeeinträchtigungen sind oft mit sprachlichen, kognitiven, motorischen und auch psychosozialen Entwicklungsverzögerungen assoziiert. Viele Menschen, bei denen die Hörschädigung vor Spracherwerb aufgetreten ist, haben Spezialschulen besucht und fühlen sich der Gehörlosenkultur, die sich durch den Gebrauch der Gebärdensprache definiert, zugehörig. Unter Gehörlosen finden sich doppelt so hohe Prävalenzzahlen an psychosozialen und psychiatrischen Störungen. Insbesondere kommunikative Barrieren erschweren sowohl die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, den Zugang zu Informationen als auch die medizinische und insbesondere psychiatrische Grundversorgung. Spezialisierte Angebote mit gebärdensprachkompetenten Fachleuten und der Einsatz von Dolmetschern können den Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessern. In Österreich zeigt sich diesbezüglich ein heterogenes Versorgungsangebot. In einigen Bundesländern sind bereits spezialisierte Gesundheitszentren und frühe Unterstützungsangebote ab dem Kindesalter etabliert.
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2015; 16 (4): 159-163
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz
Keywords: Gebärdensprache, Gehörlosigkeit, psychiatrische Störung, psychiatrische Versorgung, psychosoziale Gesundheit
Ca. ein Promille der Bevölkerung ist von einer bilateralen, mindestens moderaten Hörbeeinträchtigung vor Spracherwerb betroffen. Hörbeeinträchtigungen sind oft mit sprachlichen, kognitiven, motorischen und auch psychosozialen Entwicklungsverzögerungen assoziiert. Viele Menschen, bei denen die Hörschädigung vor Spracherwerb aufgetreten ist, haben Spezialschulen besucht und fühlen sich der Gehörlosenkultur, die sich durch den Gebrauch der Gebärdensprache definiert, zugehörig. Unter Gehörlosen finden sich doppelt so hohe Prävalenzzahlen an psychosozialen und psychiatrischen Störungen. Insbesondere kommunikative Barrieren erschweren sowohl die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, den Zugang zu Informationen als auch die medizinische und insbesondere psychiatrische Grundversorgung. Spezialisierte Angebote mit gebärdensprachkompetenten Fachleuten und der Einsatz von Dolmetschern können den Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessern. In Österreich zeigt sich diesbezüglich ein heterogenes Versorgungsangebot. In einigen Bundesländern sind bereits spezialisierte Gesundheitszentren und frühe Unterstützungsangebote ab dem Kindesalter etabliert.
